Die Nachrichten aus Niedersachsen sind in diesen Tagen ganz besonders aufmerksamswert. Eine Person aus unserem Bundesland war Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“, das wegen eines Hantavirus-Ausbruchs evakuiert werden musste. Das Besondere daran? Die Person zeigt keine Symptome! Wie beruhigend ist das denn? Sie befindet sich derzeit im Ausland und ist unter der Aufsicht der örtlichen Gesundheitsbehörden. Das niedersächsische Landesgesundheitsamt vermeldet, dass ein Infektionsrisiko wohl nicht besteht – ein kleiner Lichtblick in dieser Situation.

Aber was genau ist da eigentlich passiert? Auf dem Kreuzfahrtschiff wurden insgesamt sechs bestätigte Hantavirus-Fälle, sowie zwei Verdachtsfälle registriert. Traurigerweise sind drei der bestätigten Fälle verstorben. Zuletzt wurden eine Französin und ein Spanier positiv getestet. Die Evakuierung der „Hondius“ ist mittlerweile abgeschlossen. Vier weitere deutsche Passagiere konnten von Teneriffa über die Niederlande nach Frankfurt am Main gebracht werden. Diese Passagiere sind ebenfalls asymptomatisch und haben sich in Quarantäne begeben.

Was ist Hantavirus und wie wird es übertragen?

Das Hantavirus ist ein Thema, das nicht nur in Niedersachsen, sondern auch weltweit Beachtung findet. Ursprünglich während des Koreakriegs in den 1950er-Jahren entdeckt, wurde es nach dem Hantan-Fluss benannt. Infektionen können sich insbesondere auf Kreuzfahrtschiffen schnell ausbreiten, das liegt an den beengten Verhältnissen und den geselligen Veranstaltungen, die dort stattfinden. Das Andes-Hantavirus, das auf der „Hondius“ festgestellt wurde, ist kritischer als die in Deutschland vorkommenden Varianten. In Südamerika können diese Hantaviren sogar in seltenen Fällen von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Die Symptome des Hantavirus zeigen sich normalerweise zwei bis vier Wochen nach einer Ansteckung. In Ausnahmefällen kann die Inkubationszeit bis zu 60 Tage betragen, was schon etwas gruselig ist. In den meisten Fällen in Europa sind die Erkrankungen jedoch behandelbar oder verlaufen mild, oft merken gesunde Menschen gar nichts. Schwere Verläufe sind eher die Ausnahme und beginnen oft mit Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Bei vorerkrankten Personen kann es zu Nierenfehlfunktionen kommen. Aber keine Panik – in Deutschland heilen die meisten Fälle in der Regel folgenlos ab, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.

Ein Blick auf die Zahlen und Risikogebiete

Ein weiterer interessanter Fakt: In Deutschland schwankt die Häufigkeit von Hantavirus-Erkrankungen jährlich zwischen 143 und 1.747 Fällen. Das Risiko für die niedersächsische Bevölkerung wird derzeit als gering eingeschätzt. Experten, einschließlich der WHO, betonen, dass das Hantavirus weniger ansteckend ist als die Grippe und es sich nicht um Covid handelt. Das sind doch schon mal beruhigende Nachrichten, oder? Es gibt keine Impfstoffe gegen das Hantavirus, und die verfügbaren Medikamente behandeln nur die Symptome.

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Risikogebiete in Deutschland sind unter anderem die Schwäbische Alb, Osnabrück und der Bayerische Wald. In diesen Regionen ist besonders von Mai bis September Vorsicht geboten, vor allem bei Aktivitäten im Freien oder in Kontakt mit Nagern. Das Hantavirus wird nämlich hauptsächlich durch Nagetiere übertragen, deren Kot oder kontaminierter Staub zur Gefahr werden kann.

So bleibt zu hoffen, dass die Situation auf der „Hondius“ schnell überstanden ist und die Betroffenen sich vollständig erholen. Für uns in Niedersachsen bleibt es zudem wichtig, informiert zu sein und die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Schließlich könnte jeder von uns irgendwann einmal in die Situation kommen, auf einem Kreuzfahrtschiff zu sein – und der Gedanke daran, sich mit einem Virus anzustecken, ist sicher nicht der angenehmste.