Heute ist der 3.06.2026 und die Lage im Landkreis Stade könnte nicht drängender sein. Wie bereits bekannt ist, bleibt der Landkreis Stade in Niedersachsen das Schlusslicht, wenn es um die Unterrichtsversorgung geht. Ein Wert von 91,1 Prozent sorgt dafür, dass es nicht nur an Lehrern mangelt, sondern auch an den Möglichkeiten, kurzfristige Erkrankungen von Lehrkräften auszugleichen. Das führt – man kann es sich denken – zu Unterrichtsausfällen, die vor allem die Förderschulen hart treffen. Ein alarmierender Wert von unter 69 Prozent macht deutlich, wie prekär die Situation ist.
Die Daten kommen vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg und zeigen, dass nicht nur Stade, sondern auch alle anderen Landkreise in Nordostniedersachsen unter dem landesweiten Schnitt von 97,2 Prozent liegen. Zum Vergleich: Im Heidekreis, etwas weiter weg, haben Gymnasien eine Unterrichtsversorgung von 101,9 Prozent. Es ist fast schon ironisch, wenn man bedenkt, dass Lehrkräfte aus Stade zunehmend nach Hamburg abwandern – seit 2023 haben 90 Lehrer diesen Schritt gewagt. Eine fehlende Universität im Landkreis wird als einer der Hauptgründe für den Lehrermangel genannt. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die geplante Einrichtung eines Servicebüros für Lehrkräfte bald greifbare Informationen zu Gemeinden, Schulen, Wohnungssuche und Betreuungsplätzen bietet.
Die Situation in Niedersachsen
In Niedersachsen insgesamt sieht die Lage zwar etwas besser aus, aber auch hier ist die Unterrichtsversorgung mit 96,9 Prozent unverändert. Rund 530 Lehrerinnen und Lehrer mehr als im Vorjahr sind zwar aktiv, doch die Herausforderungen bleiben. Kultusministerin Julia Willie Hamburg spricht von einer Stabilisierung, während die Ansprüche an die Schulen gleichzeitig wachsen. Ein Lehrer-Schüler-Verhältnis von 1,69 Lehrerstunden pro Schüler ist nur leicht verbessert im Vergleich zum Vorjahr und liegt unter dem rechnerischen Soll-Wert von 1,74 Stunden. Was bedeutet das für die Schülerinnen und Schüler? Ein Gefühl von Mangel, das sich nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität des Unterrichts auswirkt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2024 wurden 2.296 Lehrkräfte neu eingestellt, während 1.764 ausschieden. Zum 1. Februar 2025 waren von 1.160 ausgeschriebenen Stellen nur 863 besetzt. Ein weiteres Jahr, in dem über 2.460 Stellen ausgeschrieben werden sollen! Das zeigt, dass der Lehrermangel nicht nur ein lokales Problem ist, sondern eine Herausforderung, die ganz Niedersachsen betrifft. Mehr als 71.000 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an allgemeinbildenden Schulen, während die Zahl der Schülerinnen und Schüler um rund 4.600 auf 881.745 gestiegen ist. Die Gründe? Gestiegene Geburtenzahlen und Migration, die einen zusätzlichen Druck auf das bereits angespannte System ausüben.
Politische Forderungen und Reaktionen
Politisch wird die Lage kritisch betrachtet. CDU-Landtagsabgeordneter Christian Fühner übt scharfe Kritik an der Schulpolitik, während die AfD fordert, Ganztagsschulen nur auf offener Basis zu betreiben, um den Bedarf an Lehrerstunden zu senken. Auch der Landesschülerrat meldet sich zu Wort und fordert eine gerechtere Verteilung der Lehrkräfte zwischen den Schulformen. Ein durchaus berechtigter Wunsch, denn der Mangel an Lehrkräften an nicht-gymnasialen Schulformen wird von vielen als alarmierend empfunden.
Die Bildungsgewerkschaft GEW warnt vor einem Personalnotstand, besonders in ländlichen Regionen. Man fragt sich, wie lange noch die Schulen mit dieser Situation umgehen können, bevor der Druck zu groß wird. Es bleibt zu hoffen, dass bald Lösungen gefunden werden, die nicht nur die Zahlen verbessern, sondern auch die Qualität des Unterrichts sichern. Denn letztendlich geht es um die Zukunft unserer Kinder.