In der Lüneburger Arena herrschte am vergangenen Wochenende eine Mischung aus Jubel und Enttäuschung. Die SVG Lüneburg musste sich in der Finalserie um die deutsche Volleyball-Meisterschaft den Berlin Volleys geschlagen geben – und das mit einem klaren 0:3. Ein bitterer Beigeschmack bleibt, denn die Berliner feierten ihren zehnten Titel in Folge, während die Lüneburger nach einer grandiosen Saison ohne den ganz großen Wurf nach Hause gehen mussten.
Cheftrainer Markus Steuerwald und Spieler Santeri Välimaa konnten ihre Enttäuschung kaum verbergen. Nach einem langen, kräftezehrenden Jahr, das mit 54 Pflichtspielen gefüllt war, war die Finalniederlage ein harter Schlag. „Wir haben alles gegeben, aber die Berliner waren einfach besser“, gestand Välimaa, der trotz des Rückschlags plant, in Lüneburg zu bleiben. Trainer Stefan Hübner hingegen war stolz auf das, was die Mannschaft in dieser Saison erreicht hat – den ersten Titel in der Vereinsgeschichte, den DVV-Pokal, und den Platz eins in der regulären Saison.
Ein harter Weg zum Finale
Doch der Weg zum Finale war alles andere als ein Zuckerschlecken. Bereits im CEV-Cup-Finale gegen Piacenza hatte Lüneburg mit 0:3 das Nachsehen. Auch in der Meisterschaftsserie gegen Berlin lief es nicht besser. Das erste Spiel endete mit 1:3, das zweite ebenfalls mit 1:3. Im entscheidenden dritten Spiel war die Luft dann endgültig raus – und die Berliner machten im vierten Satz mit einem klaren 25:12 kurzen Prozess. „Diese Saison hat uns viel abverlangt“, gab Hübner zu. „Jetzt ist es Zeit für eine Pause. Ich will mit meiner Familie Zeit verbringen und danach neu durchstarten.“
Die Freude über die Erfolge in der regulären Saison und dem Pokal war nicht zu leugnen, aber das verlorene Finale schmerzt eben doch. Es ist wie ein zweischneidiges Schwert: Stolz auf das Erreichte, aber dennoch der Wunsch, mehr zu erreichen. Välimaa, der die Gruppendynamik und die Freude am Spiel betont, wird sicher weiterhin ein wichtiger Teil des Teams sein.
Ein Blick in die Zukunft
Während die SVG Lüneburg also über das vergangene Jahr reflektiert, steht die Volleyball-Bundesliga vor einem Umbruch. Die neue Spielzeit 2026/27 wird mit fünf vollen Staffeln starten. Die 2. Bundesliga kehrt zur Regelstaffelstärke von zwölf Teams zurück und es wird spannend sein zu sehen, wie sich die neuen Teams in der Liga schlagen werden. Neu dabei sind Meister SC Union Emlichheim (Nord) und SV Lohhof (Süd) – auch die 2. Bundesliga Frauen hat mit vier neuen Teams in der Nordstaffel frischen Wind bekommen.
Die Saison beginnt für die Männer am 12. September 2026, während die Frauen eine Woche später, am 19. September, in die neue Saison starten. Die Vorfreude ist groß, denn die Volleyball-Community in Deutschland bleibt lebendig und aufregend. Und auch wenn Lüneburg jetzt eine bittere Pille schlucken muss, die nächste Chance steht schon vor der Tür. Die Fans können sich auf ein spannendes Jahr freuen, in dem sicherlich wieder viele Geschichten geschrieben werden.