Heute ist der 4.06.2026 und in Lüneburg gibt es Neuigkeiten, die für einige Diskussionen sorgen könnten. Eine Tierschützerin steht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, nachdem das Amtsgericht Lüneburg ein Bußgeld von 300 Euro gegen sie verhängt hat. Der Grund? Sie hat sich nicht an das seit Jahrzehnten bestehende Fütterungsverbot für Tauben gehalten. Der Verein „Stadttauben Lüneburg“, dem sie angehört, wurde dabei als Verstoß gegen die kommunalen Regeln gewertet. Die Richterin sah den Verstoß als erwiesen an und berief sich auf das geltende Verbot. Klar, dass die Tierschützerin die Entscheidung kritisch sieht und betont, dass es ihr nie darum ging, die Tiere verhungern zu lassen.
Der Vorfall, der letztlich zu diesem Urteil führte, ereignete sich im März 2026. Interessanterweise hatte die Stadt Lüneburg zwischen 2019 und 2022 eine Ausnahmegenehmigung für den Verein erteilt. Diese erlaubte das Füttern der Tauben in Nistkästen, um die Population zu reduzieren. Doch die Stadt sah sich gezwungen, das Fütterungsverbot wieder aufrechtzuerhalten, da die Ausnahmegenehmigung offensichtlich nicht den gewünschten Erfolg brachte. Ein Dilemma, das nicht nur die Tierschützerin, sondern auch viele Lüneburger beschäftigt.
Der Streit um die Tauben
Inge Prestele, die engagierte Tierschützerin, erläutert, dass es bei ihrer Arbeit nicht nur um das Füttern der Tauben geht. Vielmehr sei es eine Frage der Problemlösung. Sie denkt langfristig und glaubt, dass ausreichende Futtermengen in den Taubenschlägen entscheidend für den Erfolg sind. Doch die Stadt hat sich gegen die Empfehlungen des Landes Niedersachsen entschieden und folgt stattdessen einem Konzept aus Basel, das als wenig erfolgreich gilt. Das ist schon ein wenig frustrierend, wenn man bedenkt, dass der Verein in den ersten neun Monaten des Jahres 546 Taubeneier gegen Attrappen getauscht hat.
Die Stadt war anfangs sehr kooperativ und startete gemeinsam mit dem Verein ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement, um die Bürger zu entlasten und die Taubenvermehrung zu kontrollieren. Das Konzept sah vor, dass die Stadt Taubenschläge errichtet und der Verein die Tauben durch Lockfütterung aus der Altstadt herauslockt. Doch im Jahr 2022 änderte die Stadt einseitig die Rahmenbedingungen, was sich als nachteilig für den Tierschutz herausstellte. Für die 900 freilebenden Haustauben wurde nur ein Taubenschlag für 200 Tiere bereitgestellt – das ist schon irgendwie absurd.
Ein Blick in die Zukunft
Die Stadt erlaubte nur Futter für die Tauben, die in den Taubenschlag passen, und verweigerte den restlichen 700 Tieren den Zugang. Der Gedanke, die Population durch Futterentzug reduzieren zu wollen, ist nicht nur fragwürdig, sondern gefährdet auch den Erfolg des Projekts und die Einhaltung des Tierschutzgesetzes. Trotz der Widerstände der Stadtverwaltung bleibt der Verein entschlossen, die Taubenschläge weiter zu betreiben. Es ist ein ständiger Kampf, der nicht nur um die Tauben geht, sondern auch um das Prinzip des Tierschutzes.
Während die Tierschützerin weiterhin für ihre Überzeugungen kämpft, bleibt abzuwarten, wie die Stadt auf die Kritik und die aktuellen Herausforderungen reagieren wird. Ein Thema, das sicherlich auch in Zukunft für Gesprächsstoff in Lüneburg sorgen wird.