Am Sonntag, den 10. Mai, weht ein frischer Wind durch die Michaeliskirche in Hildesheim. Dr. Claas Cordemann wird dort als Regionalbischof für den Sprengel Hildesheim-Göttingen eingeführt. Die Zeremonie wird von Hannovers Landesbischof Ralf Meister geleitet. Ein freudiger Anlass, nicht nur für Cordemann, sondern für die gesamte Region. Der Gottesdienst beginnt um 16 Uhr und verspricht, ein besonderes Ereignis zu werden.
Der 54-Jährige tritt die Nachfolge von Dr. Adelheid Ruck-Schröder an, die nun an der Spitze der Evangelischen Kirche von Westfalen steht. Cordemann bringt eine breite Palette an Erfahrungen mit: Er arbeitete als Gemeindepastor, war in Forschung und Lehre tätig und hat als theologischer Referent viele Spuren hinterlassen. Interessanterweise hat er auch persönliche Verbindungen zur Region, da er in Göttingen studiert und gearbeitet hat. Die Menschen, das kirchliche Leben und die wunderschöne Landschaft Südniedersachsen haben es ihm angetan. Ehrlich gesagt, das klingt fast nach einer Liebeserklärung an die Region!
Ein Mann mit Visionen
Cordemann hat einen klaren Plan, was er in seinem neuen Amt erreichen möchte. Er sieht die Kirche als einen verlässlichen Ansprechpartner im öffentlichen Raum und möchte den Dialog mit der Politik sowie der Zivilgesellschaft intensivieren. „Kirchliche Vielfalt ist wichtig“, betont er. Der Regionalbischof möchte Räume für Debatten öffnen und unterschiedliche Perspektiven ins Gespräch bringen. Diese Offenheit könnte die Kirche in der heutigen Zeit zu einem Ort der gesellschaftlichen Verständigung machen.
Die Notwendigkeit von Veränderungen in der Kirche hat er erkannt. Aus seiner Zeit als Gemeindepastor weiß er, dass die Kirche vor Ort gebraucht und geschätzt wird. Das bringt eine gewisse Verantwortung mit sich. Cordemann plant bewusste Entscheidungen zur Weiterentwicklung, um auch den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.
Ein Blick auf den Werdegang
Geboren in Bremen und geprägt von einem Studium der Evangelischen Theologie in Göttingen und Halle/Saale, hat Cordemann eine beeindruckende Karriere hingelegt. Sein Vikariat absolvierte er in Einbeck, bevor er 2009 an der Universität Göttingen in Systematischer Theologie promovierte. Im selben Jahr wurde er zum Pastor der Kirchengemeinde Ellierode-Hettensen ordiniert. Eine spannende Zeit, in der er auch weiterhin an der Universität tätig war und von 2012 bis 2015 als theologischer Referent von Landesbischof Ralf Meister arbeitete. Auch als Leiter des Referats für theologische Grundsatzfragen zur VELKD konnte er wertvolle Erfahrungen sammeln.
Seit 2018 leitet er die Fortbildung in den ersten Berufsjahren für kirchliche Mitarbeitende in Loccum. Er hat sich in verschiedenen Bereichen weitergebildet, ist zertifizierter Supervisor und Coach (DGSv) und hat sogar als Prüfer im Zweiten theologischen Examen fungiert. All diese Stationen haben ihn geprägt und machen ihn zu einem leidenschaftlichen Theologen, wie Landesbischof Ralf Meister treffend beschreibt.
Ein neuer Anfang
Sein neues Amt als Regionalbischof wird Cordemann mit viel Energie und Enthusiasmus angehen. Der Zeitpunkt seines Amtsantritts steht zwar noch nicht fest, aber die Vorfreude ist bereits spürbar. Es wird spannend zu sehen, wie er die Kirche im Sprengel Hildesheim-Göttingen vertreten wird und welche Akzente er setzen kann. Mit rund 400.000 Gemeindemitgliedern in über 300 Kirchengemeinden in acht Kirchenkreisen hat er eine große Aufgabe vor sich. Doch mit seiner Erfahrung und seinem Engagement dürfte er bestens gerüstet sein, um die Menschen in der Region zusammenzubringen und die Kirche in der Öffentlichkeit zu repräsentieren.