Gestern Abend, am 22. Mai 2026, wurde im Staatstheater Hannover die Premiere von „Schwindel“ gefeiert – ein Werk, das unter der Regie von Herbert Fritsch entstanden ist. Man muss schon sagen, Fritsch hat nicht nur die Regie übernommen, sondern auch Bühne und Kostüme selbst gestaltet. Das Ensemble, bestehend aus neun talentierten Spielerinnen und Spielern wie Anna Blomeier und Charlie Casanova, ließ die Zuschauer in eine Welt eintauchen, die durch Slapstick, Akrobatik und ein Hütchen-Spiel geprägt war. Man konnte förmlich die Theaterfreude im Raum spüren!

Das Bühnenbild, bestehend aus drei Wänden mit Stadtansichten und einem Klavier, bot einen faszinierenden Anblick und schuf die perfekte Kulisse für die Thematik des Stücks. Es dreht sich alles um das Gefühl von Unausgeglichenheit und Täuschung – ein Thema, das in unserer heutigen Zeit wohl mehr denn je von Bedeutung ist. Besonders bemerkenswert war die Aufforderung des Dramaturgen an das Publikum: Telefone eingeschaltet lassen, aktiv fotografieren und die Erlebnisse in den sozialen Medien teilen. Eine gewagte, aber irgendwie charmante Idee!

Ein musikalisches Erlebnis

Ein Highlight des Abends war sicherlich das musikalische Medley, das Charlie Casanova präsentierte. Verschiedene Musikstile flossen ineinander und sorgten für eine lebendige Atmosphäre. Und während die Aufführung ohne Pause 1 Stunde und 30 Minuten dauerte, fiel die Zeit wie im Flug vorbei. Die Lichtgestaltung von Hendrik Möschler verlieh der gesamten Inszenierung einen besonderen Glanz, während die Mitarbeit von Olga Steiner an der Bühne nicht zu übersehen war.

Und dann, nach der letzten Szene, geschah etwas wirklich Ungewöhnliches: Fritsch wurde in einem menschlichen Kokon von seinem Ensemble auf die Bühne geführt. Ein Bild, das man so schnell nicht vergessen wird!

Ein Meister der Inszenierung

Herbert Fritsch, 1951 in Bayern geboren, hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Nach dem Besuch der Otto-Falckenberg-Schule in München spielte er an verschiedenen renommierten Bühnen im In- und Ausland. Von den 1990er Jahren bis 2007 war er sogar Mitglied des Ensembles der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Er hat nicht nur als Regisseur, sondern auch als Medienkünstler und Filmregisseur gearbeitet. Mit seiner eigenen Filmproduktion hamlet_X GbR schuf er fast 60 Kurzfilme und diverse Auftragsarbeiten.

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Fritsch hat sich einen Namen gemacht, indem er seit 2011 sechs Jahre in Folge mit seinen Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Unter anderem fand man seine Arbeiten zu Stücken wie „Nora oder Ein Puppenheim“ und „Murmel Murmel“ auf den Bühnen wieder. Für seine Bühnenbilder erhielt er mehrfach Auszeichnungen, unter anderem den Titel des Bühnenbildners des Jahres von „theater heute“. Sein Talent ist unbestritten – die Inszenierung von „Die Jagdgesellschaft“ von Thomas Bernhard, die in der Spielzeit 2021-22 Premiere feierte, ist da nur ein weiteres Beispiel für sein Schaffen.

So ist „Schwindel“ nicht nur ein Stück, das zum Nachdenken anregt, sondern ein Erlebnis, das die Zuschauer in seinen Bann zieht. Die Verbindung von Humor, Musik und einer tiefgründigen Thematik macht es zu einem bemerkenswerten Abend im Herzen Hannovers. Es bleibt zu hoffen, dass solche Inszenierungen weiterhin die Kultur in unserer Region bereichern!