In Hannover brodelt es gewaltig: Der Integrationsverein „Integrationsarbeit Kronsberg e.V.“, einst unter der Leitung der ehemaligen SPD-Ratsfrau Hülya Iri, steht im Fokus eines möglichen Millionenbetrugs. Die Vorwürfe sind schwerwiegend und werfen ein grelles Licht auf die Verwendung von über 1,2 Millionen Euro an öffentlichen Fördergeldern. Diese Gelder sollen nicht nur für die vorgesehenen Projekte missbraucht worden sein, sondern auch für private Immobilienkäufe verwendet worden sein.

Der Insolvenzverwalter Joachim Heitsch hat sich bereits eingeschaltet, doch die Suche nach den notwendigen Unterlagen gestaltet sich als äußerst schwierig. In den Büros des Vereins wurden zahlreiche leere Aktenordner entdeckt, und es fehlen Buchhaltungsunterlagen jeglicher Art. Um überhaupt Zugang zu den Räumlichkeiten zu erhalten, war ein Schlüsseldienst nötig. Heitsch hat zudem Kontoauszüge bei der zuständigen Bank beantragt, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Die Staatsanwaltschaft Hannover äußert sich derweil nicht weiter zu den laufenden Ermittlungen.

Ermittlungen gegen Iri und ihre Tochter

Die Staatsanwaltschaft Hannover führt gleich drei getrennte Verfahren gegen Hülya Iri und ihre Tochter Esma Bozdemir. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Iri als Ratsfrau zu hohe Verdienstausfallentschädigungen beantragt und erhalten haben soll. Die Anzeige wurde von der Landeshauptstadt Hannover erst am 17. April 2026 erstattet. Außerdem wird gegen Iri und ihre Tochter wegen Subventionsbetrugs und Untreue ermittelt, wobei der Verdacht besteht, dass Teile der Fördergelder mehrfach ausgezahlt wurden.

Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer berichten, dass das Büro des Vereins häufig geschlossen war und keine der angekündigten Angebote realisiert wurden. Dies wirft Fragen zur Transparenz und zur tatsächlichen Arbeit des Vereins auf. Besonders brisant ist die Satzung des Vereins, die im September 2018 erstellt wurde und eine unkontrollierte Verwendung der Mittel ermöglicht. Hülya Iri ist als alleinige Vertretungsberechtigte zudem in der Lage, den Verein ohne Zustimmung anderer Vorstandsmitglieder zu leiten.

Politische Verflechtungen und die Rolle der SPD

Die enge personelle und politische Verflechtung zwischen dem Verein, der Familie Iri und der SPD wird in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei hatte das Land Niedersachsen insgesamt rund 350.000 Euro bewilligt, wobei sogar 55.000 Euro für die umstrittenen „Sport gegen Antisemitismus“-Kurse bereitgestellt wurden. Die Bundesagentur für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat bereits Strafanzeige gestellt und fordert die Rückzahlung von etwa 730.000 Euro.

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Die Situation ist angespannt, und die CDU fordert dringend Antworten. Iri, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Rat der Stadt Hannover sitzt und ihre SPD-Mitgliedschaft vorläufig ausgesetzt hat, steht unter immensem Druck. Die Ermittlungen wurden durch eine Anzeige des BAMF ausgelöst, nachdem bereits acht anonyme Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen waren. Nun ist die Frage, wie es weitergeht und ob die Verantwortlichen persönlich für die mutmaßlichen Vergehen haften müssen, selbst nach der Insolvenz des Vereins.