In Hannover wird es bald spannend! Am 30. August 2026 endet die Bewerbungsfrist für das „Forum junge Forschung“, ein Event, das sich an Studierende und Nachwuchswissenschaftlerinnen richtet. Es geht um wichtige Themen, die uns alle betreffen: Koloniales Erbe, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur und Zivilcourage. Hier können die Teilnehmerinnen ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten präsentieren – und das ganz öffentlich! Zehn Minuten hat jeder, um die eigene Forschung vorzustellen. Eine tolle Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen und die eigene Arbeit ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.
Das Event ist nicht nur eine Bühne für wissenschaftliche Arbeiten, sondern bietet auch Raum für interaktive Diskussionen. Die sogenannten „Bierdeckelrunden“ laden das Publikum ein, Fragen zu stellen – eine großartige Möglichkeit, um in den Dialog zu treten. Und nach all der wissenschaftlichen Ernsthaftigkeit wird es auch noch ein informelles Gespräch bei Limonade geben. Wer könnte da widerstehen?
Ein Blick auf die Voraussetzungen
<pUm teilzunehmen, müssen die Bewerberinnen eine Qualifikationsarbeit (Bachelor oder Master) bereits abgeschlossen und benotet haben. Die Themen sollten sich mit den Bereichen Nationalsozialismus, Kolonialismus, Erinnerungskultur, Demokratie oder Zivilcourage befassen. Die Bewerbungsunterlagen sollten ein kurzes Abstract der Forschungsarbeit beinhalten, nicht länger als 350 Wörter. Und, ja, es gibt auch ein Honorar von 150,00 EUR für die Referent*innen, plus Reisekosten, falls nötig. Ein Grund mehr, sich jetzt zu bewerben!
Falls ihr Fragen habt, ist das Team unter der E-Mail-Adresse das-z@hannover-stadt.de erreichbar. „Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen!“ – so die Einladung des Veranstalters. Das Ganze ist Teil der Reihe „[Z]ivilcourage jetzt!“ vom ZeitZentrum Zivilcourage, was die Bedeutung der Veranstaltung unterstreicht.
Die Rolle der Erinnerungskultur
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hat in Deutschland einen langen Weg hinter sich. Lange Zeit wurde die deutsche Erinnerungskultur als Verdrängungskultur bezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg sprach man in der Bonner Republik kaum über eigene Verbrechen. Ironischerweise wies die DDR jede Verantwortung für die NS-Verbrechen zurück, als wäre sie ein antifaschistischer Staat ohne Macken. Doch die Student:innen-Bewegung der 1960er Jahre brachte frischen Wind in diese erstarrte Debatte. Sie forderte eine echte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Heutzutage ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte Teil der deutschen Staatsräson. Schulen, Dokumentarfilme, Gedenkstätten und Mahnmale tragen dazu bei, das kollektive Gedächtnis zu fördern. Auch die Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Erinnerungskulturen in der Migrationsgesellschaft Deutschland weiterzuentwickeln. Ein bedeutender Prozess, der nicht nur den Opfern des Nationalsozialismus gerecht wird, sondern auch unsere heutige Gesellschaft prägt.
Es ist also eine spannende Zeit für die Forschung – und eine dringend nötige. Die Diskussionen, die hier angestoßen werden, sind der Schlüssel zu einer reflektierten und verantwortungsbewussten Gesellschaft. Wer also einen Beitrag leisten möchte, hat hier die Gelegenheit. Auf geht’s, Hannover!