Bad Münder hat in den letzten sechs Monaten eine bemerkenswerte Transformation durchgemacht. Ja, richtig gehört, die charmante Stadt hat sich von einem „Heilquellen-Kurbetrieb“ verabschiedet und trägt nun das Prädikat „Luftkurort“. Bürgermeister Dirk Barkowski, ein parteiloser Mann mit einem Blick für die Finanzen, hat die Entscheidung getroffen, diese Änderung vorzunehmen. Das Ziel? Kosten sparen und die finanzielle Situation der Stadt zu entlasten. Ein kluger Schachzug, wenn man bedenkt, dass der Heilwasser-Ausschank im Jahr 2023 stolze 42.000 Euro gekostet hat und diese Summe bis 2025 auf fast 60.000 Euro steigen könnte.

Das hat natürlich seine Gründe. Die marode Kurinfrastruktur, insbesondere das Solebewegungsbad, musste geschlossen werden, und das nicht ohne Grund. Die Energiekosten sind in den letzten Jahren explodiert, und die Stadt konnte sich die Sanierung des Bades für 13 Millionen Euro einfach nicht leisten. Stattdessen wurde nun der Rückbau des Bades ins Auge gefasst, während gleichzeitig die zukünftige Nutzung geplant wird. Ein spannendes, aber auch herausforderndes Kapitel für Bad Münder!

Die Lage der Dinge

Doch die Herausforderungen hören hier nicht auf. Die veraltete Gebäudetechnik und die nicht mehr sanierungsfähige Bausubstanz des Solebewegungsbades haben die Stadt in eine prekäres Dilemma gebracht. Ohne dieses Bad kann Bad Münder nicht mehr die Kriterien für den Heilquellen-Kurbetrieb erfüllen. Ein weiterer Punkt, der die Stadt unter Druck setzt: Bis Oktober 2024 muss eine Perspektive gegenüber dem zuständigen Ministerium aufgezeigt werden, sonst droht der Verlust des Prädikats. Das wäre in der Tat ein herber Rückschlag für die Stadt, die sich um ihren Ruf als Kurort bemüht.

Die finanziellen Belastungen sind enorm. Die jährlichen Defizite bei der Therme belaufen sich auf etwa 900.000 Euro. Zudem wurden die Kosten für den Neubau eines Solebades auf rund 4,1 Millionen Euro geschätzt, während die Sanierung des Kurmittelhauses im Jahr 2023 mit 5,9 Millionen Euro veranschlagt wurde. Zusammen mit den Baukostensteigerungen summiert sich das auf etwa 13,5 Millionen Euro – eine Summe, die selbst für eine Stadt wie Bad Münder eine echte Herausforderung darstellt.

Der Weg nach vorn

Die Stadt Bad Münder muss sich dem also stellen. Politische Beratungen sind für September 2024 eingeplant, um die weitere Vorgehensweise zu diskutieren. In diesem Zusammenhang wurde auch das Büro dwif beauftragt, eine Studie zum Kurortstatus zu erstellen. Das Ganze ist also nicht nur eine lokale Angelegenheit. Der Gesundheitstourismus hat in Deutschland ein enormes Zukunftspotenzial. Es gibt über 350 prädikatisierte Heilbäder und Kurorte. Ein Bereich, der wächst – nicht zuletzt durch das zunehmende Gesundheitsbewusstsein und den demografischen Wandel. Der Umsatz der deutschen Kurorte und Heilbäder beträgt satte 30 Milliarden Euro.

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Bad Münder steht daher an einem entscheidenden Punkt. Die Stadt hat die Möglichkeit, sich entweder neu zu erfinden oder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Die Bürger sind gefragt! Die Diskussion über die Kurinfrastruktur mag nicht für alle von Interesse sein, aber sie hat das Potenzial, die Zukunft der Stadt maßgeblich zu beeinflussen. Wie wird Bad Münder seinen Weg gestalten? Das bleibt abzuwarten.