Heute ist der 15. Mai 2026 und in Göttingen stehen die öffentlichen Verkehrsbetriebe still. Ein Warnstreik, angekündigt von der Gewerkschaft Verdi, sorgt für massive Einschränkungen im Busverkehr. Busse der Göttinger Verkehrsbetriebe bleiben am Dienstag und Mittwoch ganz drin und auch in Hannover wird es ungemütlich. Hier sind die Beschäftigten von Üstra und Regiobus am Mittwoch und Donnerstag zum Streik aufgerufen. Und das alles, weil die Arbeitgeber sich weigern, bei den Verhandlungen zur Arbeitsbelastung der Mitarbeiter einen Schritt auf die Beschäftigten zuzugehen. Nach vier Verhandlungsterminen ist das kein gutes Zeichen.
Verdi hat die Nase voll! Die Gewerkschaft sieht die Arbeitgeber in der Pflicht und fordert dringend Verbesserungen – darunter kürzere Arbeitszeiten und längere Ruhezeiten. Der Frust ist groß, denn die Arbeitgeber halten die Forderungen für finanziell nicht darstellbar. Das klingt nicht nach einer Einigung, oder? Und während die Stadtbusse in Göttingen am 19. und 20. Mai komplett ausfallen, wird auch in Hannover der Verkehr am Mittwoch und Donnerstag von etwa 3 Uhr bis Betriebsende stillgelegt. Die Straßen werden wohl ein wenig ruhiger sein, aber ob das für die Pendler eine Lösung darstellt, ist fraglich.
Demonstrationen und Streikversammlungen
In beiden Städten sind nicht nur Busse betroffen, sondern auch die Menschen, die darauf angewiesen sind. Mit Demonstrationen und Streikversammlungen soll auf die Missstände aufmerksam gemacht werden. Die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe machen ihrem Unmut Luft und fordern nicht ohne Grund eine Reduzierung der Arbeitsbelastung. Das ist schließlich ein Thema, das viele in der Branche betrifft, und es sind rund 100.000 Beschäftigte, die auf bessere Arbeitsbedingungen hoffen. Das klingt nach einer großen Bewegung!
Die Situation ist nicht neu. Bereits im April gab es erste Warnstreiks in mehreren Städten, und in Osnabrück wurden die Fahrer für den 15. und 16. Mai zum Streik aufgerufen. Jetzt, wo sich die Dinge zuspitzen, ist klar: Die Verhandlungen für die zehn kommunalen Verkehrsunternehmen, die seit Mitte Februar laufen, müssen auf jeden Fall besser laufen. Der nächste Termin ist für den 1. Juni angesetzt. Vielleicht bringt das ja endlich Bewegung in die Sache.
Alternative Fortbewegungsmittel
Was tun, wenn die Busse nicht fahren? Der ADAC hat einige Alternativen parat: Wer spontan umsteigen möchte, kann auf Auto, Fahrrad oder E-Scooter zurückgreifen. Das klingt nach einer guten Lösung für alle, die nicht zu Fuß gehen wollen. Autofahrer sollten jedoch die Verkehrssituation im Auge behalten, besonders im Berufsverkehr könnte es eng werden. Man möchte ja nicht im Stau stehen, während die Kollegen in den öffentlichen Verkehrsmitteln ihren Streik genießen.
In anderen Bundesländern sieht die Lage ganz anders aus. In Bayern, Baden-Württemberg und einigen anderen Regionen sind keine neuen Streiks angesagt, da dort Einigungen erzielt wurden. Dort haben die Beschäftigten bereits von besseren Arbeitszeiten und höheren Zulagen profitiert. In Niedersachsen hingegen bleibt die Situation angespannt. Die Forderungen von Verdi, die sich um bessere Arbeitsbedingungen drehen, sind klar: Es geht um die Reduzierung der Arbeitszeiten, mehr Ruhepausen und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Das sind alles Punkte, die dringend angepackt werden sollten.
Ein Blick in die Zukunft
Die Verhandlungen in den anderen Bundesländern zeigen, dass es auch anders geht. In Hamburg gab es bereits eine Einigung, die die Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich senkt. Das gibt Hoffnung für die Beschäftigten in Niedersachsen. Es bleibt zu hoffen, dass auch hier bald ein Lichtblick in Sicht ist. Aber bis dahin heißt es für viele: Geduld haben und auf die nächste Verhandlungsrunde warten. Vielleicht bringt der 1. Juni frischen Wind in die Verhandlungen und die Beschäftigten können ihre Forderungen durchsetzen. Manchmal braucht es eben ein wenig Druck, um Bewegung in festgefahrene Strukturen zu bringen.