Die Gesundheitslage der Mitarbeiter in der Verwaltung zeigt sich aktuell in einer Vielzahl von Zahlen. Laut einem Bericht des Göttinger Tageblatts haben sich Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 2022 durchschnittlich 14,8 Tage krankgemeldet. Besonders in öffentlichen Verwaltungen sind die Ausfallzeiten oft signifikant höher. So kündigte Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger an, konsequent gegen dauerkranke Verwaltungsmitarbeiter vorzugehen. In Rostock verzeichneten 2760 Mitarbeiter im Jahr 2024 im Schnitt 29,3 Fehltage, was im Vergleich zum Bundesdurchschnitt einer Verdopplung entspricht.
Im Gegensatz dazu meldete die Göttinger Stadtverwaltung für ihre Mitarbeiter im gleichen Zeitraum 25,1 Fehltage, während die Mitarbeiter im Kreishaus mit 1633 Stellen auf 22,8 Fehltage kamen. Besonders besorgniserregend ist die Gesamtzahl der Ausfallzeiten: Im Kreishaus summierten sich die krankheitsbedingten Abwesenheiten auf 46.063 Tage, was einen Anstieg von knapp 3400 Tagen im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Ursachen für Fehlzeiten
Die Ursachen für diese hohen Fehlzeiten sind vielfältig. Volker Geyer, der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, merkt an, dass es eine verstärkte Überlastung der Mitarbeiter gibt. Faktoren wie Überalterung, Fachkräftemangel und steigende Anforderungen in der Arbeit tragen zu dieser Situation bei. Auch die psychische Belastung und ein rauer Umgangston seitens der Bürger könnten sich auf die Gesundheit der Angestellten auswirken.
Im Göttinger Rathaus wird auf Entlassungen aufgrund von Krankheit jedoch verzichtet, da dies nicht der Personalpolitik entspreche. Hingegen betont die Kreisverwaltung, dass die arbeitsrechtlichen Voraussetzungen im Einzelfall sorgfältig geprüft werden müssen. Um der hohen Zahl an krankheitsbedingten Ausfällen entgegenzuwirken, setzt die Kreisverwaltung auf präventive Maßnahmen: Ergonomische Büroausstattungen, betriebsärztliche Sprechstunden und Bewegungsangebote bieten den Mitarbeitern Unterstützung, ihre Gesundheit zu fördern.
Attraktivität als Arbeitgeber
Ein weiterer positiver Trend zeigt sich in der verringerten Anzahl an unbesetzten Stellen in der Kreisverwaltung, die von 190 auf 121 gesenkt werden konnten. Diese strategischen Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen.
Die Herausforderungen sind jedoch weiterhin präsent. Die steigenden Zahl der Erkrankungen unter den Verwaltungsmitarbeitern verdeutlicht, dass die gesundheitliche und psychische Belastung ernst genommen werden muss, um die langfristige Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaft sicherzustellen.
Die Entwicklung der Fehlzeiten in der Göttinger Stadtverwaltung ist ein klarer Hinweis darauf, dass in der Verwaltung noch viel Licht und Schatten besteht, und dass es einer kontinuierlichen Anstrengung bedarf, um die Gesundheit der Mitarbeiter langfristig zu sichern.