Heute ist der 31. Mai 2026, und in Göttingen öffnet sich die Tür zu einer Ausstellung, die die Sinne herausfordert und den Geist anregt. Roy Köhnke, ein wahrer Meister der Skulptur, präsentiert seine Arbeiten in der Schau „Being Flesh“. Hier geht es nicht um Heilung, sondern um eine völlig neue Perspektive auf Körperlichkeit. In einer Welt, die oft von transhumanistischen Idealen geprägt ist, lädt Köhnke uns ein, die Vielschichtigkeit des Körpers zu erkunden, und zwar auf eine Art, die sowohl sozial als auch historisch und technologisch verankert ist.
Die Besucher dieser einzigartigen Ausstellung haben die Möglichkeit, die Skulpturen auf mehreren Ebenen zu erleben. Physische Körper stehen im Raum, während projizierte kernspintomographische Scans und eine eindrucksvolle Soundinstallation das Erlebnis abrunden. Die Geräusche des Kernspintomographen, die in den Soundtrack eingebaut sind, verleihen der Ausstellung eine unheimlich spannende Atmosphäre. Hier wird der Körper nicht nur gesehen, sondern auch gehört und gefühlt.
Ein Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft
Anatomie war einst der Schnittpunkt zwischen Kunst und Wissenschaft – ein Thema, das Köhnke in seiner Arbeit aufgreift. Die Bilder, die durch die Vibrationen von Wasserstoffatomen in Gewebe entstehen, sind nicht einfach nur neutral. Sie erzählen Geschichten, die oft im Verborgenen liegen. Köhnke hat zwei Jahre gebraucht, um sein Projekt „Bulk Flesh Studies“ vorzubereiten und ein Forschungsstipendium zu erhalten, um mit dieser Technologie zu arbeiten. Die Ergebnisse sind faszinierend: 3D- und 2D-Rekonstruktionen, die uns einen neuen Blick auf unseren eigenen Körper ermöglichen.
Das Alte Rathaus wird durch die Ausstellung in ein technologisches Environment verwandelt. Besucher können die Skulpturen in einem völlig neuen Licht sehen. „Being Flesh“ thematisiert eine vorsichtige Neuerkundung von Körperlichkeit und Materialität. Wer denkt, dass Kunst und Wissenschaft nichts miteinander zu tun haben, der sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen.
Einblicke in die Zukunft der Kunst
Aber das ist noch nicht alles. Am 14. September 2025 wird Köhnke gemeinsam mit Tom Hallet und Koi Persyn eine Performance mit dem Titel PDA (Public Display of Affection) im Botanischen Garten von Brüssel präsentieren. Diese 30-minütige Veranstaltung nutzt Materialien wie gravierte Lederjacken und Walkie-Talkies und wird von einem handgemachten Fanzine begleitet. Es ist ein weiterer Beweis dafür, wie Köhnke die Grenzen der Kunst immer wieder neu definiert.
In einer Welt, in der Körperkunst und das Verständnis von Körperlichkeit ständig im Wandel sind, hat auch die Ausstellung „EveryBODY – Körperkunst und Kunstkörper“ von Ann-Katrin Günzel in einem Dossier über Körperkunst interessante Fragen aufgeworfen. Gespräche über den patriarchalen Blick auf den weiblichen Körper und die Transformationen des Humanen zeigen, wie vielschichtig und relevant dieses Thema in der zeitgenössischen Kunst ist.
Es ist klar, dass Köhnkes Arbeit nicht nur in Göttingen, sondern weltweit Wellen schlägt. Seine Fähigkeit, durch Kunst eine Diskussion über den Körper zu entfachen, ist bemerkenswert. Die Ausstellung „Being Flesh“ wird vom 31. Mai bis zum 26. Juli 2026 im Kunstverein Göttingen zu sehen sein. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall – eine Reise in die Tiefen der Körperlichkeit erwartet uns!