Die geplante Erweiterung der A39 im Kreis Gifhorn sorgt für ordentlich Zündstoff, vor allem in Jembke. Hier wird nicht nur über Straßenbau diskutiert, sondern auch über den Schutz des Wassers. Im Jembker Wasserschutzgebiet sollen auf einer Fläche von 12,7 Hektar Sand abgebaut werden – und zwar für die Autobahntrasse und eine neue Tank- und Rastanlage. Das klingt zunächst praktisch, doch die Konsequenzen werfen Schatten auf die Pläne. Nach dem Abbau könnte ein Baggersee entstehen, mit einer Fläche von bis zu 9,45 Hektar, der möglicherweise direkten Kontakt zum Grundwasser hat. Für viele Bürger ist das ein rotes Tuch.

Eva Gresky vom BUND im Kreis Gifhorn ist da ganz klar in ihrer Aussage: „Das Grundwasser und die Trinkwasserversorgung sind in Gefahr.“ Die Sorgen sind nicht unbegründet. Der Grundwasserspiegel in der Region sinkt seit 2003, und das macht die Wasserversorgung zunehmend unsicher. Laut Gresky könnten jährlich über 26.000 Kubikmeter Wasser durch Verdunstung verloren gehen – das ist eine Hausnummer. Der Laijegraben wird umgeleitet, um das fehlende Wasser zu ersetzen, was viele als riskant ansehen. Und dann gibt es noch die Möglichkeit von Schadstoffbelastungen, die durch Maschinen und Abwässer entstehen könnten. Das ist ein Thema, das die Gemüter erhitzt!

Rechtliche Hürden und Planungsdetails

Doch wie geht es weiter mit dem großen Projekt? Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) hat die Planungen für die A39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg in die Hand genommen. Der aktuelle Planungsabschnitt erstreckt sich über etwa 14,2 km und umfasst auch den Neubau einer Tank- und Rastanlage zwischen Jembke und Tappenbeck. Das Planfeststellungsverfahren wurde bereits 2014 eingeleitet, doch die Dinge sind nicht ganz glattgelaufen. Im Juli 2019 hat das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für rechtswidrig erklärt. Es gab Bedenken bezüglich der Einbeziehung der L 289 und B 248 sowie der wasserrechtlichen Aspekte. Das Ganze klingt wie ein echter Krimi!

Ein ergänzendes Verfahren zur Behebung der Rechtsfehler wurde beantragt. Dabei wird nicht nur die Straßenentwässerung neu geordnet, sondern auch eine habitatschutzrechtliche Betrachtung durchgeführt. Die Autobahn GmbH des Bundes und die NLStBV sind als Vorhabenträger in das Verfahren eingetreten. Die letzten Planunterlagen wurden im April 2022 vorgelegt, und die Öffentlichkeitsbeteiligung zu den geänderten Unterlagen fand im Mai und Juni 2022 statt. Ein Erörterungstermin zu den Einwendungen hat im September 2022 stattgefunden – das ist alles sehr dynamisch!

Die Wasserversorgung im Blick

Die Sorgen um das Grundwasser sind nicht nur lokal. Rund 70% des Trinkwassers in Deutschland stammen aus Grundwasser, und die Rückgänge sind besonders im Nordosten spürbar. Der Klimawandel und menschliche Aktivitäten haben einen enormen Einfluss auf den Grundwasserstand. Die Liste der Messstellen für Wasserwerke und Kläranlagen ist lang und zeigt, wie wichtig diese Thematik ist. In dieser Situation ist es entscheidend, dass die Verantwortlichen die Bedenken der Bürger ernst nehmen und transparent handeln.

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Die Kritik und die rechtlichen Hürden rund um die A39 zeigen, wie komplex und vielschichtig solche Projekte sind. Es bleibt abzuwarten, ob die Pläne zur Zufriedenheit aller Beteiligten umgesetzt werden können oder ob die Sorgen der Anwohner und Umweltschützer weiterhin im Raum stehen werden. Das Thema Wasser wird uns noch eine Weile begleiten – hier in Gifhorn, wo der Schutz der natürlichen Ressourcen an erster Stelle stehen sollte.