Im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde, im schönen Kreis Gifhorn, gibt es Grund zur Freude: Zwei kleine Störche, die Nachkommen von Fridolin und Mai, haben das Licht der Welt erblickt. Die Zentrumsleiterin Bärbel Rogoschik bestätigte die Geburt der Jungtiere, deren erstes Lebenskapitel bereits begonnen hat. Und das könnte noch nicht alles sein, denn möglicherweise stehen noch weitere Störchlein auf dem Programm.
Die Wetterlage hat sich in dieser Woche als freundlich erwiesen, denn der Regen hat den Eltern Fridolin und Mai die Nahrungsbeschaffung erleichtert. Jetzt gibt es reichlich Würmer, Schnecken und Insekten, die den hungrigen Mäulchen der Jungtiere schmecken dürften. Trotz der kalten Nächte, die uns in Norddeutschland in dieser Jahreszeit oft begleiten, starten die kleinen Störche gesund in ihr Leben. Ihre fürsorglichen Eltern schützen sie, indem sie sich schützend auf die Jungen setzen. Die Fütterung erfolgt durch das Ausspucken von Nahrung in die Nestmulde, ein echter Storchentrick, der den Kleinen das Fressen beibringt.
Ein starkes Storchenpaar
Fridolin ist bereits seit 19 Jahren im Artenschutzzentrum, während Mai seit 9 Jahren seine Partnerin ist. Ihre Beziehung ist nicht immer frei von kleineren Streitereien, dennoch sind sie gut eingespielt und kümmern sich vorbildlich um die Aufzucht ihrer Nachkommen. Ein Blick auf die Storchencam des Artenschutzzentrums erlaubt es interessierten Zuschauern, das Geschehen im Nest hautnah zu verfolgen und die elterliche Fürsorge live zu erleben.
Doch die Herausforderungen, mit denen Weißstörche konfrontiert sind, gehen über das alltägliche Familienleben hinaus. Die Vögel benötigen geeignete Lebensräume mit Teichen, feuchten Wiesen und extensiv bewirtschafteten Flächen, um ihre täglichen 4,5 kg Nahrung aufzutreiben. Leider gibt es in vielen Regionen Nahrungsmangel, bedingt durch Flurbereinigungen und intensive Flächennutzung. Strommasten stellen zudem eine erhebliche Gefahr dar, da viele Störche durch Stromschläge oder Zusammenstöße mit Leitungen sterben.
Feste und Futter
Das Artenschutzzentrum in Leiferde feiert am 26. April sein jährliches Storchenfest, eine wunderbare Gelegenheit für die Bevölkerung, mehr über die faszinierenden Vögel zu erfahren und sie zu unterstützen. Die Naturfreunde in Bayern haben bereits Erfolge in der Rückkehr der Störche aus ihren Winterquartieren erzielt, dank gezielter Maßnahmen zur Verbesserung des Nahrungsangebots. Auch hier in Gifhorn ist es wichtig, die Lebensräume der Störche zu schützen und zu fördern, damit Fridolin, Mai und ihre Nachkommen weiterhin gedeihen können.
Insgesamt ist die Geschichte der Störche in Gifhorn nicht nur eine Erzählung über das Überleben in der Natur, sondern auch ein Beispiel für das Engagement und die Fürsorge, die Menschen für die tierischen Bewohner ihrer Umgebung aufbringen. Von der Ansiedlung geeigneter Lebensräume bis hin zur Beobachtung und Pflege der Nester – jeder Beitrag zählt, um diese majestätischen Vögel für zukünftige Generationen zu bewahren.