Am Dienstag, den 2. Juni 2026, findet im Helios Klinikum Gifhorn ein Aktionstag gegen den Schmerz statt – und das ist mehr als nur ein Termin im Kalender. Die Initiative der deutschen Schmerzgesellschaft möchte auf die unzureichende Versorgung chronisch schmerzkranker Menschen aufmerksam machen. Diese Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr, und Chefarzt Dr. med. Sascha Szoltysik wird die Betroffenen sowie deren Angehörige im Konferenzraum 2 herzlich begrüßen. Ein herzliches Willkommen, das sicher viele Herzen berühren wird!

Es gibt die Möglichkeit, die Schmerzklinik persönlich kennenzulernen und direkt mit dem interdisziplinären Team zu sprechen. Die Fachkräfte der Physiotherapie, Psychotherapie und Pflege stehen bereit, um Fragen zu beantworten und Unterstützung zu bieten. Dr. Szoltysik hebt die Dringlichkeit hervor, eine eigene Schmerzklinik für die Behandlung chronischer Schmerzen zu etablieren. Denn diese Art von Schmerzen ist nicht einfach nur ein lästiges Übel – sie sind eine eigenständige Erkrankung und können zu einem hohen Leidensdruck führen.

Ein Blick in die Schmerztherapie

Die Schmerzklinik verfolgt einen strukturierten und interdisziplinären Ansatz zur Schmerztherapie. Hierbei stehen individuelle Diagnostik und eine multimodale Behandlung im Vordergrund. Bei der Behandlung kommen verschiedene medizinische, physiotherapeutische und psychologische Bausteine zum Einsatz. Es geht um Patienten mit langanhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen, sei es bei Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen, Arthrose oder Fibromyalgie. Ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche und soziale Faktoren berücksichtigt, ist entscheidend für den Therapieerfolg.

Die Behandlung beginnt mit einer sorgfältigen Abklärung, gefolgt von einem individuell abgestimmten Therapiekonzept. In der stationären Behandlung finden Bewegungstherapien, Schmerzbewältigungsstrategien und Entspannungsverfahren ihren Platz. Dr. Szoltysik ermutigt alle Betroffenen, ihre Schmerzen ernst zu nehmen und den Schritt zu wagen, Hilfe zu suchen. Es ist der erste Schritt in Richtung mehr Lebensqualität.

Chronische Schmerzen: Eine Volkskrankheit

Chronische Schmerzen sind weit verbreitet und beeinträchtigen alle Lebensbereiche. Viele Menschen leiden unter Kopf- und Rückenschmerzen, die über Monate hinweg anhalten. Oftmals empfinden die Patienten das Fehlen einer körperlichen Schädigung als belastend, und das ist nicht unberechtigt. Seelische und soziale Faktoren spielen eine enorme Rolle, wenn es um die Wahrnehmung und das Management von Schmerz geht. Die Reaktion des Umfelds, zum Beispiel von Partnern oder Freunden, kann das Schmerzerleben entscheidend beeinflussen – positiv wie negativ.

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Eine ganzheitliche Therapie, die auch diese seelischen und sozialen Aspekte berücksichtigt, kann oft unnötige Operationen und unwirksame Medikamente vermeiden. Die Mehrheit der Behandlungen bei chronischen Schmerzen findet in den Praxen von Allgemein- und Fachärzten statt. Leider führt erfolgloses Schmerzmanagement häufig zu einer Verordnung von Schmerzmitteln oder Antidepressiva, die nicht immer die gewünschte Wirkung zeigen. Dabei gibt es auch aktive Therapien, die nachweislich effektiver sind.

Multimodale Schmerztherapie: Der Goldstandard

Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) gilt als Goldstandard für die Therapie von Patienten mit schweren chronischen Schmerzen. Diese Methode beinhaltet die Zusammenarbeit von spezialisierten Ärzten, Psychologen, Therapeuten und Sozialarbeitern. IMST wird in der Regel tagesklinisch oder vollstationär angeboten und zielt darauf ab, die körperlichen, psychischen und sozialen Fähigkeiten der Patienten zu verbessern. Das ist besonders wichtig, wenn fachärztliche Behandlungen nicht zur Schmerzreduktion führen oder die Schmerzen den Alltag stark einschränken.

Die Behandlung dauert zwischen sieben Tagen und vier Wochen und erfordert ein gut funktionierendes, multiprofessionelles Team. Eine Checkliste für eine gute Schmerzklinik umfasst intensive Behandlungen, regelmäßige Einzelgespräche und nicht-medikamentöse Therapieverfahren. Es ist an der Zeit, die Schmerzlindung neu zu denken und den Patienten die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie so dringend benötigen.

Wenn Sie also zu den Betroffenen gehören oder Angehörige haben, die unter chronischen Schmerzen leiden, dann ist der Aktionstag am 2. Juni eine hervorragende Gelegenheit, sich zu informieren, Fragen zu stellen und neue Hoffnung zu schöpfen. Lassen Sie sich inspirieren und kommen Sie vorbei!