Die Erdbeeren in Niedersachsen haben endlich Saison! Seit dem Wochenende sind zahlreiche Erdbeerfelder zur Selbstpflücke geöffnet, und das für etwa vier Wochen. Ein wahres Paradies für alle, die den frischen Geschmack der roten Früchte direkt vom Feld genießen wollen. Fred Eickhorst, der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, berichtet von einer stetig wachsenden Beliebtheit dieser Selbstpflückfelder. Und das hat seine Gründe: Die Preise sind oft niedriger, besonders wenn man größere Mengen zum Marmeladekochen oder Einfrieren kauft. Außerdem wächst das Bewusstsein für regionale Lebensmittel – kurze Transportwege und ein kleinerer CO2-Fußabdruck sind für viele Verbraucher heutzutage entscheidend.
Was die Erdbeeren selbst angeht, so gibt es in diesem Jahr einige Verbesserungen bei den Sorten. Die Geschmacksqualität hat sich erhöht, die Erträge sind höher, und die Früchte bleiben länger frisch. Besonders beliebt sind die Sorten Red Himalaya und Sonsation. Die Nachfrage nach Erdbeeren ist in diesem Jahr enorm, und die Anbauer in Niedersachsen sind mit der Qualität, Menge und den Preisen mehr als zufrieden. Die Ernte im Freiland startet nun, nachdem die ersten Früchte aus geschütztem Anbau geerntet wurden.
Das Erdbeerland Niedersachsen
Wusstest du, dass Niedersachsen das Erdbeerland Nummer 1 in Deutschland bleibt? Auch wenn die Anbauflächen zurückgegangen sind, ist es nach wie vor das führende Bundesland. Im vergangenen Jahr wurden hier Erdbeeren auf 2.555 Hektar angebaut, was fast 58 Prozent der Gesamtanbaufläche in Deutschland ausmacht. Zum Vergleich: Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen teilen sich den Rest. Auch wenn die gesamten Anbauflächen in Deutschland in den letzten Jahren zurückgegangen sind, bleibt Niedersachsen unangefochten an der Spitze.
Ein spannender Trend ist der Anbau unter Schutzabdeckungen, der kontinuierlich zunimmt. Im Jahr 2023 wurde erstmals die Grenze von 2.000 Hektar überschritten, was zeigt, dass immer mehr Erdbeeren unter optimalen Bedingungen wachsen. Die Erträge pro Hektar sind dabei mehr als doppelt so hoch wie im Freiland. Dennoch: Der Rückgang der Flächen im Freiland kann die Zugewinne unter Schutzabdeckungen nicht ausgleichen. Diese Entwicklung bleibt eine Herausforderung für die Erdbeerbauern.
Selbsternte – Ein neues Erlebnis
Für all diejenigen, die gerne selbst Hand anlegen, gibt es jetzt die Möglichkeit zur Selbsternte auf Feldern in der Nähe. Ob Äpfel, Birnen, Steinobst oder verschiedene Beeren – die Auswahl ist groß! Die Betreiber der Selbsterntefelder können sich registrieren und ihre Felder präsentieren. Auch eine praktische Kartensuche steht zur Verfügung, die es ermöglicht, nach Bundesland, Frucht oder Hofnamen zu suchen. So findet jeder schnell sein persönliches Erntefeld. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch ein tolles Erlebnis für die ganze Familie – frische Luft, Sonne und die eigene Ernte im Korb!
In der Zwischenzeit neigt sich die Spargel-Saison dem Ende zu. Diese wurde als insgesamt gut bewertet, auch wenn das wechselhafte Frühlingswetter die Qualität der Spargelstangen begünstigt hat. Die Nachfrage bleibt hoch, besonders an Feiertagen. Allerdings kämpfen kleinere Höfe mit höheren Stückkosten und einer geringeren Mechanisierung, was die Situation für sie nicht einfacher macht. Bis zum Johannistag am 24. Juni können Genussliebhaber noch Spargel kaufen. Es bleibt also spannend in den norddeutschen Feldern!