Der Blick über das glitzernde Mittelmeer von einer spanischen Insel aus ist an sich schon eine Augenweide. Doch heute ist der Kopf des deutschen Bundeskanzlers, Friedrich Merz, das Thema, während er sich mit einer nicht gerade kleinen Verwirrung bei der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden beschäftigt. Ich kann es mir lebhaft vorstellen, wie er, umgeben von einem Publikum, das aus einer modisch gekleideten Familie und einem lässig wirkenden Skipper besteht, von der Ems und dem Emsland spricht – und dabei das eine mit dem anderen vertauscht.
Merz hat Emden fälschlicherweise als Teil des Emslands bezeichnet, und das nicht nur einmal. Bei seiner Rede, die bereits am Mittwoch stattfand, wiederholte er den Fauxpas sogar, als er die Gäste direkt ansprach. Man muss sich fragen, ob er vielleicht dachte, dass überall, wo die Ems fließt, auch Emsland ist. Lustigerweise ist Emden seit über 140 Jahren eine kreisfreie Stadt in Ostfriesland, während der Landkreis Emsland etwa 60 Kilometer weiter südlich liegt. Die Reaktionen der Bürger in Emden könnten unterschiedlicher nicht sein. Während einige über die Verwechslung empört waren und ein Mann es als „Katastrophe“ bezeichnete, fanden andere das Ganze amüsant. Eine Dame aus der Stadt äußerte auf Plattdeutsch, dass sie herzhaft gelacht hätten – typisch Ostfriesland!
Ein Schuss Emsland und maritime Ambitionen
Es gibt sogar eine Verbindung zwischen Emden und der Mittelmeerinsel, die ich derzeit besuche, trotz der 2000 Kilometer Distanz. Lustigerweise treffe ich hier zufällig drei Damen aus Emden, die die Verwirrung um Merz‘ Worte mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Ein bisschen wie ein kleines Kaffeekränzchen unter Freunden – nur dass die Gespräche hier von maritime Sicherheit und der Wettbewerbsfähigkeit der Häfen in Emden und Brake handeln.
Merz versprach, die Vertiefung der Ems- und Weser-Fahrrinnen zu unterstützen. Das ist natürlich eine gute Sache, um die maritimen Standorte zu stärken. Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies ist ebenfalls an Bord, während Umweltverbände skeptisch sind. Man könnte sagen, die Wogen gehen hoch, wenn es um die Zukunft der maritimen Wirtschaft geht.
Die Landesregierung plant außerdem Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium und hofft auf einen Planfeststellungsbeschluss. Und während Merz als Schirmherr des Spitzentreffens der maritimen Branche fungiert, wird die Veranstaltung von hunderten Teilnehmern und mehreren angekündigten Demos begleitet. Es ist eine Art politisches Theater, das sich hier entfaltet.
Ein Moment der Reflexion
Ich sitze hier an meinem Tisch, genieße die Brise und denke darüber nach, wie man Merz vielleicht in der Heimat treffen könnte. Komischerweise habe ich das Gefühl, dass er bei seinem nächsten Besuch in Emden die Gegend vielleicht ein bisschen besser kennenlernen wird – möglicherweise mit einem Stadtführer an der Seite. Schließlich geht es nicht nur um die maritime Sicherheit, sondern auch um die Menschen, die hier leben. Emden könnte durch eine Untertunnelung der Innenstadt und ein neues Parkhaus aufgewertet werden. Vielleicht wird das sogar zu einem neuen Anziehungspunkt für die Region.
So sitze ich hier und beobachte die Schiffe in der Marina, während das Meer sanft plätschert. Der Skipper nebenan scheint alles zu genießen, und ich frage mich, ob Merz, bei all dem politischen Wirbel, auch einen Moment der Ruhe findet. Vielleicht wird er eines Tages in einer Marina sitzen und über seine Fehler lachen. Schließlich sind wir alle nur Menschen – auch die Kanzler.