Heute ist der 3.05.2026 und der Wind weht frisch durch die Straßen von Emden. Die Küstenfischer an der Nordsee stehen vor einer entscheidenden Wendung. Ein großer Teil von ihnen hat beschlossen, sich von ihren Kuttern zu trennen. Der Grund? Ein Abwrackprogramm der Bundesregierung, das in dieser Region für Aufsehen sorgt. Die Nachfrage danach ist riesig, und das nicht ohne Grund.

Bis Ende März sind bereits 48 Anträge in der ersten Förderrunde eingegangen. Das klingt nach einer Menge, und das ist es auch! Doch die verfügbaren Mittel übersteigen die Nachfrage bei weitem. Das Abwrackprogramm hat das Ziel, die Anzahl der Kutter an der deutschen Nordseeküste um etwa 30 Prozent zu reduzieren – eine Maßnahme, die sowohl auf wirtschaftliche als auch auf ökologische Aspekte abzielt. 20 Millionen Euro stehen für die Unterstützung bereit, doch nicht alle Anträge können berücksichtigt werden, auch wenn sie die Anforderungen erfüllen.

Ein Programm mit Weitblick

Dreiviertel der bereitgestellten Mittel fließen in die Krabbenfischerei, während ein Viertel für die Plattfischfischerei vorgesehen ist. Laut Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer soll die Leistungsfähigkeit der Flotte in Einklang mit den schrumpfenden Fanggebieten gebracht werden. Viele Fischer sind frustriert über die knapper werdenden Fanggebiete, die durch Offshore-Windparks und Meeresschutzgebiete weiter eingeschränkt werden. Die wirtschaftlichen Perspektiven sind schwierig – ein Verkauf oder eine Weitergabe der überalterten Kutter ist kaum möglich.

Die ersten Förderhilfen in Höhe von zwölf Millionen Euro sind bereits bewilligt, doch die Fischer müssen sich noch etwas gedulden. Nach Prüfung der Anträge werden die Kutter abgerissen, und die Anzahl der Krabbenkutter und Plattfischfänger in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird voraussichtlich bis Ende des Jahres sinken. Es werden sieben bis acht Krabbenkutter und etwa zwei Plattfischkutter erwartet, die abgebaut werden. Die Fördersummen variieren je nach Größe und Alter des Kutters, und das Interesse an dieser Maßnahme ist enorm.

Ein sozialverträglicher Ausstieg

Das Förderprogramm, das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ins Leben gerufen wurde, hat das Ziel, die Struktur der Fischereiflotte zu verbessern und einen sozialverträglichen Ausstieg für die Fischer zu ermöglichen. Diese Entscheidung folgt auf eine Empfehlung der Zukunftskommission Fischerei (ZKF) und wird durch Mittel aus dem Windenergie-auf-See-Gesetz finanziert. Die Umsetzung erfolgt in drei Abschnitten bis Ende 2027 – jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Fischer, die an der ersten Runde nicht teilnehmen konnten. Sie haben die Möglichkeit, sich erneut zu bewerben.

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Der Fokus liegt klar auf der Krabbenfischerei, doch auch die Plattfischfischerei profitiert. Ein Teil der Mittel wird auch hier investiert. Die ersten Anträge für das nächste Förderfenster müssen bis zum 31. März 2026 eingereicht werden. Angesichts der großen Nachfrage werden die Fischer auf eine vollständige Auszahlung der Fördergelder über die drei Runden hoffen, auch wenn die Fördersummen für die nächsten Runden noch nicht festgelegt sind.

Nachhaltigkeit im Fokus

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterstützt die Bemühungen um eine nachhaltige Fischerei in Nord- und Ostsee. Die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) und Forschungseinrichtungen ist von großer Bedeutung. Maßnahmen, die im Rahmen von Natura 2000-Gebieten entwickelt werden, erfordern gemeinsames Engagement. Schließlich müssen diese fischereilichen Maßnahmen auf europäischer Ebene realisiert werden, und die EU-Kommission hat hier die alleinige Regelungskompetenz.

Die Veränderungen in der Fischerei spüren wir alle, ob direkt oder indirekt. Die Küstenfischer stehen an einem Scheideweg, und während einige die Chance auf einen Neuanfang ergreifen, bleibt abzuwarten, wie sich die Landschaft der Nordsee in den kommenden Jahren verändern wird. Es bleibt spannend!