Heute ist der 12.05.2026 und in Emden, da wo die Nordsee auf die Küste trifft, haben sich die klügsten Köpfe der maritimen Branche versammelt. Die Hochschule Emden/Leer hat bei der Nationalen Maritimen Konferenz, die in der einladenden Nordseehalle stattfand, ihre innovativen Forschungsprojekte zur Zukunft der Schifffahrt vorgestellt. Es war ein echtes Treffen der Giganten – Politiker, Experten aus der Wirtschaft und der maritimen Wissenschaft waren alle versammelt, um über die Herausforderungen und Lösungen der Branche nachzudenken.
Die Studierenden und Professoren vom Maritimen Campus in Leer haben gleich drei spannende Forschungsvorhaben vorgestellt, die zeigen, wie ernsthaft man hier an nachhaltigen Lösungen arbeitet. Besonders beeindruckend war der Besuch von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der am Messestand vorbeischaute und sichtlich begeistert von dem Fachwissen war, das hier geboten wird.
Projekte für eine grünere Schifffahrt
Eines der herausragenden Projekte ist der ZukunftsKutter Nordsee, liebevoll „KuNo“ genannt. Hier entwickelt man in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut und der Fraunhofer-Arbeitsgruppe einen kostengünstigen und umweltschonenden Kutter. Dafür hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat bereits Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro zugesagt – ein klarer Beweis, dass man hier ernsthaft an der Schifffahrt von morgen bastelt.
Ein weiteres Highlight ist das Projekt „Low Carbon Sea Transport“. Dabei handelt es sich um einen emissionsarmen Frachtsegler, der auf den Marshallinseln als Versorgungsschiff eingesetzt werden soll. Und das Beste: Das Projekt wurde erfolgreich verlängert! Das zeigt, dass die Idee, die Schifffahrt umweltfreundlicher zu gestalten, auf fruchtbaren Boden fällt.
Last but not least gibt es noch den INNOSegler, ein klimaneutrales Expeditionskreuzfahrt- und Forschungsschiff für bis zu 100 Passagiere, das von der Wirtschaftsförderung Bremerhaven initiiert wurde. Wenn das alles nicht nach einer echten Wende in der maritimen Wirtschaft klingt, dann weiß ich auch nicht.
Die Herausforderungen der Schifffahrt
<pDoch nicht alles läuft reibungslos. Die Schifffahrt ist ein echter Schwergewichtiger, wenn es um CO2-Emissionen geht. Jährlich stößt sie rund eine Milliarde Tonnen CO2 aus, was etwa 2,5 % der weltweiten Treibhausgas-Emissionen entspricht. Dazu kommen noch 15 % der weltweiten Stickoxid-Emissionen und 13 % der Schwefeldioxid-Emissionen. Wenn die Schifffahrt ein Land wäre, stünde sie auf Platz sechs der größten CO2-Emittenten weltweit! Da ist der Handlungsbedarf mehr als offensichtlich.
Die Branche wird von der International Maritime Organisation (IMO) reguliert, die 175 Mitgliedsstaaten umfasst. Nationale Umweltschutzmaßnahmen sind jedoch schwer umsetzbar, da die Schifffahrt global operiert. Reedereien können frei wählen, unter welcher Flagge sie ihre Schiffe betreiben, was zu unterschiedlichen Umweltstandards führt. Und einige Staaten setzen das internationale See- und Schifffahrtsrecht nicht konsequent um. Das ist ein bisschen wie „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ – nur dass hier jeder seinen eigenen Leisten hat.
Offshore-Windkraft und ihre Möglichkeiten
<pEin Lichtblick in der sonst so düsteren Bilanz ist die Offshore-Windkraft. Die internationale Energieagentur sieht sie als eine der wichtigsten zukünftigen Stromquellen. Die Kosten für Offshore-Windkraft sind in den letzten zehn Jahren um mehr als 60 Prozent gesunken. Und mit den neuen Megaturbinen, die bis zu 220 Meter im Durchmesser messen, kann man mit nur einer Handvoll dieser Riesen eine ganze Stadt versorgen.
Die EU-Kommission plant, bis 2050 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 300 Gigawatt in Nord- und Ostsee sowie Atlantik und Mittelmeer zu installieren. Und das ist noch nicht alles: Es gibt Überlegungen, diese Windkraftwerke als Ladestationen für Schiffe zu nutzen. Erste Prototypen, wie Ladebojen, werden entwickelt. Sie beziehen ihren Strom aus den umliegenden Windkraftwerken und könnten bald batteriebetriebene oder hybridelektrische Schiffe mit grünem Strom versorgen. Das würde die Emissionen der Schifffahrt weiter reduzieren – und das wäre ein echter Fortschritt!
<pEs bleibt also spannend, wie sich die maritime Branche entwickelt. Die Hochschule Emden/Leer zeigt mit ihren Projekten, dass man hier die Ärmel hochkrempelt und die Herausforderungen aktiv angeht. In einer Welt, in der über 90 % des Welthandels auf dem Seeweg abgewickelt werden, ist es mehr denn je wichtig, die Schifffahrt umweltfreundlicher zu gestalten. Und wer weiß, vielleicht wird Emden bald zur Wiege des „Green Shipping“?