In Emden tut sich was! Die Stadt plant, die Ferienbetreuung für Grundschulkinder massiv auszubauen. Das klingt erst mal nach einer tollen Sache, aber wie so oft, steckt der Teufel im Detail. Künftig sollen die Kosten pro Kind und Woche von etwa 60 Euro auf rund 100 Euro steigen. Das ist schon ein ziemlicher Sprung! Und das ist noch nicht alles. Es kommen zusätzlich Kosten für Verpflegung, Materialien, Ausflüge und besondere Angebote hinzu. Das macht den Spaß schnell teuer. Um das Ganze erträglich zu gestalten, werden die Beiträge einkommensabhängig gestaffelt. So soll sichergestellt werden, dass alle Familien eine Chance haben, ihre Kinder in die Betreuung zu geben.

Der Grund für diesen Ausbau ist der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, der ab dem Schuljahr 2026/27 schrittweise in Kraft tritt. Im Klartext: Ab August 2023 haben alle Erstklässler Anspruch auf täglich acht Stunden Betreuung. Bis 2029 wird dieser Anspruch auf alle Grundschuljahrgänge ausgeweitet. Aktuell sind die Ferienangebote in Emden überwiegend freiwillige Zusatzangebote, und man kann nur hoffen, dass der geplante Ausbau der Kapazitäten bis 2030 auch wirklich klappt. Prognosen besagen, dass der Bedarf an Ferienbetreuung bis 2029/30 auf bis zu 647 Kinder steigen könnte. Das ist ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass die bestehenden Horte erst noch weiterentwickelt werden müssen.

Finanzielle Unterstützung und Kritik

Die Stadt Emden kann sich da auf Unterstützung aus Niedersachsen freuen. Zwischen 2024 und 2027 plant das Land, insgesamt 55 Millionen Euro zur Förderung der Ganztagsbetreuung bereitzustellen. Dazu kommen noch 278 Millionen Euro an Bundesmitteln. Doch die Kommunen sind sich einig, dass diese Mittel nicht ausreichen, um die real anfallenden Kosten zu decken. Man fragt sich, wo das Geld letztendlich landen wird und ob es für die tatsächlichen Bedürfnisse ausreichend ist.

Wenn wir einen Blick auf die bundesweite Lage werfen, sehen wir, dass der Bedarf an Ganztagsangeboten für Grundschulkinder noch lange nicht gedeckt ist. Immerhin werden im Schuljahr 2023/24 rund 1,9 Millionen Grundschulkinder ganztägig betreut, was 57 Prozent entspricht. Trotzdem werden bis zum Schuljahr 2029/30 zusätzlich etwa 264.000 Plätze benötigt. Jeder Platz zählt! Der Bund hat erkannt, wie wichtig diese Betreuung ist, und stellt dafür stolze 3,5 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung. Ab 2026 wird er sich sogar an den Betriebskosten beteiligen, die bis 2030 auf bis zu 1,3 Milliarden Euro jährlich steigen könnten.

Vielfalt der Betreuungsformen

In der bunten Welt der Ganztagsbetreuung gibt es verschiedene Formen, die auf die Bedürfnisse der Familien abgestimmt sind. Da wären zum Beispiel die Ganztagsschulen, die mindestens drei Tage pro Woche für mindestens sieben Stunden täglich offen sind. Oder die Tageseinrichtungen, zu denen Horte und altersgemischte Kindertageseinrichtungen gehören. Und nicht zu vergessen sind die weiteren außerunterrichtlichen Angebote, die nicht direkt in der Verantwortung von Schulen oder der Kinder- und Jugendhilfe liegen.

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Wie auch immer man es dreht und wendet, die Ganztagsbetreuung hat das Potenzial, die Bildungschancen von Kindern erheblich zu fördern und Familien bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu helfen. Es bleibt spannend, wie die Stadt Emden und das Land Niedersachsen diese Herausforderung annehmen werden und ob die Pläne tatsächlich in die Tat umgesetzt werden können. Schließlich müssen die Kinder auch gut betreut werden – das ist das A und O!