In Delmenhorst, einer Stadt, die vielleicht nicht für ihre Schwimmkultur bekannt ist, hat ein 90-jähriger Erfinder die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Harald Ricklefs ist nicht nur ein kreativer Kopf, sondern auch ein leidenschaftlicher Schwimmer. Er hat zwei Methoden entwickelt, um Menschen das Schwimmenlernen zu erleichtern, und das ganz aus eigener Erfahrung. Angesichts der alarmierenden Zahlen über Ertrinkungsunfälle in Deutschland – im Jahr 2025 ertranken mindestens 393 Menschen, viele von ihnen konnten kaum schwimmen – ist sein Ansatz mehr als nur ein netter Versuch. Ricklefs hat sich das Ziel gesetzt, dass jeder schnell, einfach und kostengünstig schwimmen lernen kann, um Unfälle zu reduzieren.

Schwimmlehrer Maximilian Lux hat die Methoden von Ricklefs bewertet. Die erste Methode, bekannt als „Wriggen“, stammt aus dem Leistungssport. Der Schwimmschüler steht bis zum Hals im Wasser, die Füße berühren den Boden, und die Arme werden ausgestreckt. Mit einer speziellen Bewegung, die an die Fortbewegung von Booten erinnert, soll der Schüler ein Gefühl für das Wasser entwickeln. Lux beschreibt Wriggen als eine Übung für Profis und betont, dass es wichtig ist, die Angst vor dem Wasser abzubauen. Ricklefs hat diese Methode erfolgreich einem Matrosen beigebracht, während er ihn mit einem Rettungsring sicherte – eine wirklich beeindruckende Verbindung von Theorie und Praxis.

Die zweite Methode und die Rolle der Angst

Die zweite Methode ist etwas anders. Hier liegt der Schwimmschüler in etwa 60 cm Wassertiefe am Strand. Mit den Fingerspitzen stützt er sich am Grund ab und führt mit den Armen schnelle Schwimmbewegungen aus. Diese Methode soll das Gefühl für das Wasser stärken, doch Lux warnt, dass sie für das richtige Schwimmen schwierig sein kann. Ricklefs selbst hat sich mit dieser Technik im Alter von 14 Jahren das Schwimmen beigebracht. Er betont, dass Angst und Respekt beim Schwimmenlernen eine große Rolle spielen. Und das ist ein Punkt, den auch Lux unterstreicht. Angst kann das Lernen erheblich behindern, und die Methoden von Ricklefs könnten eine wertvolle Bewältigungsstrategie im Notfall darstellen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Wassergewöhnung, insbesondere für Kinder. Es wird empfohlen, dass Kinder frühzeitig mit Wasser in Berührung kommen, sei es in der Badewanne, unter der Dusche oder in speziellen Babyschwimmkursen. Spielerische Formen des Wasserspiels unter Aufsicht von Freunden oder Verwandten fördern die Gewöhnung und helfen, Wasserangst vorzubeugen. Doch Vorsicht: Unbeaufsichtigte Schwimmhilfen können gefährlich sein. Körperlich befestigte Schwimmhilfen wie Schwimmflügel können das Gefühl für das Wasser stören und das Einschätzen der eigenen Bewegungen erschweren.

Schwimmvereine und die Zukunft des Schwimmens

Die Bedeutung der Schwimmfähigkeit wird auch vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) hervorgehoben, dem größten Anbieter für Schwimmangebote in Deutschland. Mit rund 2.300 Schwimmvereinen in 18 Landesschwimmverbänden wird die Schwimmausbildung flächendeckend angeboten. Die Methodik orientiert sich am Entwicklungsstand der einzelnen Schüler und fördert eine motivierte und spielerische Herangehensweise ans Lernen. Das Ziel? Ein lebenslanges Vergnügen am Schwimmen. Schließlich ist Schwimmen nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern auch eine lebensrettende Fähigkeit.

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In Anbetracht all dieser Informationen wird deutlich, dass Schwimmen lernen mehr ist als nur eine Fähigkeit. Es ist eine Frage der Sicherheit, der Lebensfreude und der Prävention. Mit innovativen Ansätzen wie denen von Harald Ricklefs, der die Angst vor dem Wasser in den Fokus rückt, und der Unterstützung durch Schwimmvereine, könnte das Schwimmenlernen in Deutschland bald eine ganz neue Dimension erreichen. Wer weiß, vielleicht wird das Wasser bald für viele zu einem Ort der Freude und nicht mehr der Angst.