In Delmenhorst gibt es immer wieder spannende Ereignisse, die sowohl Tradition als auch Moderne miteinander verbinden. Am Pfingstsonnabend wird der historische Willkomm-Pokal der Sankt-Polykarpus-Gilde zum letzten Mal mit Braunbier gefüllt. Fast 350 Jahre alt, hat der Pokal nicht nur eine beeindruckende Geschichte, sondern auch einige Blessuren – Dellen und ein Loch im Deckel zeugen von seiner langen Nutzung. Er wurde 1659 von Arnoldt Stuemer und seiner Frau gestiftet und gehört zu den ältesten Teilen des Zinnschatzes der Gilde, der im Stadtmuseum im Rahmen einer Darstellung der Pestepidemie zu sehen ist.

Nachdem der Pokal seinen letzten großen Auftritt hatte, wird er dauerhaft ins Stadtmuseum gebracht. Museumsdirektor Gerhard Kaldewei, einer der letzten Gildeneulinge, wird symbolisch aus diesem geschichtsträchtigen Gefäß trinken. Zinngießer Ralf Töpfer wird eine Replik des Pokals anfertigen, während ein Spezialist eine silberne Fahne gestaltet. So wird die Verbindung zur Tradition auch in Zukunft erhalten bleiben.

Ein Blick in die Geschichte

Die Sankt-Polykarpus-Gilde, die 1454 als Hilfsvereinigung gegründet wurde, ist die älteste Bürgervereinigung der Stadt. Ursprünglich als karitative Bruderschaft während der Pest ins Leben gerufen, hat sie sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt. Aktuell wird die Gilde von Gildemeisterin Barbara Stolberg geleitet, die seit einem Jahr im Amt ist und mit frischem Wind neun neue, junge Mitglieder werben konnte. In naher Zukunft steht eine 570-Jahr-Feier an, bei der vier neue Mitglieder „eingekloppt“ werden. Ein Ereignis, das mit den Stadtoberen, darunter Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Oberbürgermeisterin Petra Gerlach, gefeiert wird.

Die Feier im Ratssaal des Delmenhorster Rathauses wird musikalisch von der Band „Voice Over Piano“ begleitet – da kann man sich auf eine richtig schöne Stimmung freuen! Ein weiteres Event ist schon in den Startlöchern: Am 22. Juni 2024 werden in der Gaststätte Menkens „Zum Grünen Hof“ fünf weitere Mitglieder „eingekloppt“. Die Teilnahme an dieser Zeremonie inklusive Essen kostet nur 5 Euro, was wirklich ein Schnäppchen ist!

Aktuelle Ereignisse und Herausforderungen

Doch nicht alles in Delmenhorst läuft nach Plan. Die Polizei hat kürzlich einen Paketdiebstahl aufgedeckt, bei dem ein 28-jähriger Delmenhorster und drei mutmaßliche Mittäter Pakete im Wert von über 100.000 Mark stahlen. Die Täter arbeiteten bei einem Subunternehmen der Post und hatten anscheinend ein lukratives Geschäft aufgezogen. Die Polizei stellte bei Durchsuchungen Diebesgut im Wert von rund 115.000 Mark sicher. Der Haupttäter sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft und wird wohl noch einige Zeit über seine Taten nachdenken müssen.

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Inmitten dieser Geschehnisse gibt es auch Lichtblicke. Der Fotokünstler Kyungwoo Chun hat das Kunststipendium der Stadt Delmenhorst für 2001/2002 erhalten. Aus 18 Bewerbungen wurde er ausgewählt und kann sich nun auf ein mietfreies Atelier sowie einen monatlichen Materialkostenzuschuss von 800 Mark freuen. Chun ist bekannt für seine außergewöhnlichen Porträtaufnahmen, die durch lange Belichtungszeiten eine ganz eigene Dimension erhalten.

Ein Blick in die Archive

Das Stadtarchiv Delmenhorst spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Bewahrung der Geschichte. Hier wird archivwürdiges Schriftgut verwahrt und erschlossen, von städtischen Amtsbüchern bis hin zu Zeitungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen sind. Die Bestände reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück und umfassen auch Dokumente der früher selbstständigen Gemeinde Hasbergen. Ein wertvolles Erbe für die Stadt, das nicht in Vergessenheit geraten darf.

In einer Stadt voller Geschichte und lebendiger Traditionen bleibt es spannend, wie sich Delmenhorst weiterentwickeln wird. Die Mischung aus Neuem und Altem, aus Herausforderungen und Feierlichkeiten, macht das Leben hier einzigartig.