Heute ist der 5.05.2026, und während die Welt sich weiterdreht, bleibt in Delmenhorst eine Institution lebendig: die St.-Polycarpus-Gilde. Sie ist nicht nur der älteste Verein der Stadt, sondern auch ein Ort, an dem Handwerk und Tradition Hand in Hand mit der Jugendarbeit gehen. Gildemeisterin Barbara Stolberg hat einen klaren Fokus – die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Sie betont, dass alle Aktivitäten auf Freiwilligkeit und Gemeinnützigkeit basieren, ohne dass es um Mitgliederwerbung geht. Hier geht es nicht nur um alte Bräuche, sondern auch um die Zukunft unserer Jüngsten.
Was macht diese Gilde so besonders? Nun, die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, eigene Projekte zu entwickeln. Und das Beste? Sie bekommen sogar Fördergelder von der Stadt Delmenhorst. So konnten die jungen Mitglieder bereits 250 Euro erhalten und kürzlich eine Zusage über weitere 480 Euro für ihre kreativen Vorhaben. Luna Michelle Burdorf, eine aufstrebende Sängerin, plant, mit dem Geld eine Gesangslehrerin zu engagieren. Das zeigt, wie ernst die Gilde die Entwicklung ihrer Mitglieder nimmt.
Tradition trifft auf moderne Projekte
Die Gilde ist nicht nur ein Ort für alte Traditionen, sondern auch ein Raum für neue Ideen. Regelmäßige Treffen am Zunftbaum neben dem Graftwerk bieten die perfekte Gelegenheit, um Themen wie Sozialkultur und Umweltschutz zu diskutieren. Es sind kreative Köpfe gefragt, auch ohne Mitgliedschaft kann jeder teilnehmen. Hier wird Gemeinschaft großgeschrieben – generationsübergreifend und voller Austausch. Und das Plattdeutsch-Lernen? Das ist Pflicht. Die Gilde legt großen Wert auf die Pflege des niederdeutschen Kulturguts. Schließlich ist Sprache ein lebendiges Stück Heimat.
Die rund 180 Mitglieder, darunter vier Jugendliche mit eigenen Projekten, sind ein Beweis für die Vielfalt und den Zusammenhalt in der Gilde. Die geplanten Projekte mit Schulklassen, wie die Neugestaltung des Gesundheitspfads, zeigen, dass man auch in der heutigen Zeit noch Großes bewirken kann. Handwerk und Gemeinschaft sind mehr als nur Worte; sie sind ein Lebensgefühl.
Die Wurzeln des Handwerks
Doch was steckt hinter dieser Leidenschaft für das Handwerk? Die Antwort ist einfach: Die Industrialisierung hat viele traditionelle Handwerkstechniken in den Hintergrund gedrängt. Oft werden Arbeiter als austauschbar betrachtet. Aber in der Gilde spürt man den besonderen Geist handwerklicher Fertigung. Hier sind die Beziehungen zwischen Werkstück, Entwerfer und Gestalter eng, und die Kunden können sich aktiv in die Gestaltung einbringen. Das macht das Handwerk so lebendig und relevant in unserer schnelllebigen Zeit.
Lokale Handwerksbetriebe sind tief in ihrer Region verwurzelt und bilden einen Teil der Geschichte. Die Gilde trägt mit ihren Aktivitäten zur Erhaltung und Förderung dieser Traditionen bei. Sie nutzt lokale Ressourcen und pflegt den Austausch von Wissen und Können. Das ist nicht nur wichtig für die Identität der Region, sondern auch für die Vielfalt der Welt.
So wird in Delmenhorst nicht nur an der Vergangenheit festgehalten, sondern auch die Zukunft aktiv gestaltet. Die St.-Polycarpus-Gilde ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Tradition und Innovation in einem harmonischen Zusammenspiel stehen können. Und während die Gilde weiterhin blüht, können wir alle gespannt sein, was die kommenden Generationen hervorbringen werden. Denn eines ist klar: Hier wird die Zukunft mit Spaß und einer Portion Plattdeutsch gestaltet!