Heute ist der 8.05.2026 und in Delmenhorst gibt es Neuigkeiten, die nicht nur die Anwohner betreffen, sondern auch die Wasserbewohner in und um die Ochtum. Der Flughafen Bremen hat kürzlich eine Entschädigung in Höhe von 110.000 Euro gezahlt. Diese Summe wurde als Ausgleich für die PFOS-Verschmutzung bereitgestellt, die durch Löschwasser in die Ochtum gelangte. Man fragt sich natürlich, was das für die Gewässerqualität und die Tierwelt vor Ort bedeutet.

Die Stadt Delmenhorst hat sich bereit erklärt, diese Gelder für Renaturierungsmaßnahmen zu verwenden, um die Gewässerverschmutzung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Hoffnung ist, dass durch diese Maßnahmen neue Lebensräume für Fische, Amphibien und Insekten entstehen werden. Heinz Gräßner, der Präsident des Angelfischerverbands Weser-Ems, äußerte sich optimistisch über die geplanten Schritte. Im Dezember 2022 wurden bereits Ideen zur Renaturierung in der Ochtumniederung vorgestellt, und die Mitglieder einer neu gegründeten Stiftung führten im Mai eine Bestandsaufnahme im betroffenen Bereich durch.

Untersuchungen und Maßnahmen

Die Situation ist jedoch nicht einfach. Der Flughafen Bremen hat aufgrund der PFAS-Schadensfälle an anderen Flughäfen umfassende Untersuchungen in Auftrag gegeben. Diese Untersuchungen konzentrierten sich unter anderem auf Wasser aus Feuerlöschbrunnen. Positives Ergebnis? Ja, im Bereich des Feuerwehrübungsplatzes gab es ermutigende Befunde, die zu weiteren Erkundungen führten. Dabei wurden 21 neue Grundwassermessstellen errichtet, um die Grundwasserbelastung kontinuierlich zu überwachen. Schadstoffe sind über das Entwässerungssystem des Flughafens in die Oberflächengewässer gelangt, und das ist kein Pappenstiel.

Der Flughafen hat bereits Maßnahmen zur Sanierung ergriffen. Eine Reinigungsanlage für den Feuerwehr-Übungsplatz wurde im Juli 2020 in Betrieb genommen und seitdem läuft der Regelbetrieb. Es werden sogar Reinigungszielwerte von unter 0,01 µg/L je PFAS-Einzelsubstanz eingehalten. Bis April 2021 wurden so bereits etwa 79.000 m³ Grundwasser aufbereitet. Dennoch bleibt die Unsicherheit, was die Verantwortung und mögliche Konsequenzen für die betroffenen Fischereivereine angeht. Die Behörde hat bereits vor dem Verzehr von Fischen aus der Grollander Ochtum und stromabwärts gewarnt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Renaturierungsprojekte bieten nicht nur eine Chance für die Natur, sondern auch für die lokale Gemeinschaft. Jens Salva, ein Biologe, sieht großes Potenzial in der Aue nördlich von Hasbergen und an der Einmündung der Delme. Dort sollen neue Lebensräume für Wasserbewohner entstehen. Die lokalen Anglervereine sind ebenfalls für die Renaturierung und betonen, wie wichtig gesunde Gewässer für die Fischbestände sind.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird. Die regelmäßigen, halbjährlichen Monitoringmaßnahmen zur Grundwasserbelastung werden sicherstellen, dass die Fortschritte überprüft werden. Die angestrebte Sanierung und Optimierung des Entwässerungssystems des Flughafens könnte helfen, den PFAS-Eintrag in die Oberflächengewässer zu reduzieren. Aber das ist ein langer Weg, und die Anwohner sowie die Natur setzen große Hoffnungen auf diese Maßnahmen.