In Delmenhorst brodelt es gewaltig – und das nicht nur, weil die Temperaturen steigen. Die Nutrias, diese kleinen, schlawinigen Nagetiere aus Südamerika, machen sich immer mehr breit und bringen nicht nur die Natur, sondern auch die Sicherheit der Deiche in Gefahr. Während sie sich fröhlich durch die Uferböschungen graben und dabei Höhlen anlegen, denkt manch einer an die Deichstabilität. Das ist nicht nur ein bisschen beunruhigend, sondern kann richtig ernst werden. Hochwassergefahr, das klingt ja schon mal nach einem richtigen Albtraum! Und genau das ist der Grund, warum die Jägerschaft Oldenburg/Delmenhorst jetzt richtig auf den Putz haut.
Die Jägerschaft hat die Nase voll und fordert eine Fangprämie von 8 Euro pro Schwanzspitze und 5 Euro für jeden nachgewiesenen Fang im Delmenhorster Stadtgebiet. Das klingt nach einer schmackhaften Motivation, um den Nutria-Bestand zu dezimieren! Die Fangzahlen steigen bereits seit fünf Jahren, und die Verwaltung findet, dass zusätzliche Prämien eine faire Lösung wären – schließlich kostet die Munition Geld, und der Aufwand ist auch nicht zu unterschätzen. Man muss sich ja schließlich fragen, wie lange die Deiche noch stabil bleiben, wenn die kleinen Nager fröhlich weitergraben.
Die Bedrohung durch die Nutrias
Der Schaden, den Nutrias anrichten, ist nicht zu unterschätzen. Sie graben sich durch Deiche und fressen Schilf an Flussläufen. In den letzten Jahren hat sich ihr Vorkommen stark ausgeweitet: 2023 wurden Nutrias in 35% der untersuchten Jagdreviere nachgewiesen – eine Verdopplung seit 2015! Besonders in städtischen Gebieten scheinen die Nager ein wahres Paradies zu finden. Die Ursachen dafür sind vielfältig: unerlaubte Fütterung der Tiere, klimatische Vorteile und jagdliche Einschränkungen. In Bremen beispielsweise sind Nutrias in 93% der Reviere vertreten, was eine alarmierende Steigerung von sechsmal seit 2015 bedeutet.
Und während die Jägerschaft nun auf finanzielle Unterstützung zur Bekämpfung drängt, wird auch die Landwirtschaftskammer aktiv. Sie plant, Fangsysteme für die Jagd auszuliefern. Wer hätte gedacht, dass das Thema Nutria so viel Staub aufwirbelt? Um den Hochwasserschutz zu gewährleisten, ist es unerlässlich, die gefräßigen Nager in den Griff zu bekommen. Ihre Vorliebe für Schilf gefährdet nicht nur die Pflanzenwelt, sondern auch den Lebensraum anderer Tiere. Wenn die Schilfgebiete verschwinden, fehlt es an Lebensräumen für Insekten, Fische und Vögel – ein Teufelskreis!
Die Herausforderungen in der Jagd
Es gibt jedoch nicht nur Probleme. Helmut Blauth, der sich um die Antragstellung kümmert, betont, dass es bei den Prämien nicht um eine Bezahlung, sondern um die Erstattung eines Teils des Aufwands geht. Ein kluger Schachzug, denn so bleibt der Druck auf die Jägerschaft erhalten, die Fangquote zu erhöhen. Und die Zahlen sprechen für sich: 1122 Abschüsse in der Saison 2020/21, ein Anstieg auf 1795 in der Saison 2024/25! Die Jagd wird also intensiver und das ist vielleicht auch gut so.
Die Deutsche Wildtier Stiftung sieht die Gefahren durch Nutria-Vorkommen ebenfalls kritisch, insbesondere in Bezug auf den Hochwasserschutz. Man muss sich klar machen, dass nicht alle Reviere mit Nutria-Problemen auch gleich massive Schäden aufweisen. Ein bisschen mehr Nuancierung wäre hier vielleicht angebracht. Während die Nutrias für reichlich Gesprächsstoff sorgen, bleibt die Frage, wie wir als Gesellschaft mit diesen invasiven Arten umgehen möchten. Ein Bekenntnis zur Fangjagd hat der Deutsche Jagdverband bereits gefordert. Ob sich das in naher Zukunft umsetzen lässt, bleibt abzuwarten – die Zeit drängt!
Insgesamt ist die Situation in Delmenhorst ein spannendes, aber auch herausforderndes Thema. Die Nutrias sind nicht nur ein Problem für die Natur, sondern auch für die Menschen, die in der Nähe der Gewässer leben. Wer hätte gedacht, dass ein kleines Nagetier so viel Aufregung verursachen kann? Doch es bleibt zu hoffen, dass die Anstrengungen der Jägerschaft und der Verwaltung bald Früchte tragen und Delmenhorst wieder etwas ruhiger wird.