Heute ist der 14.05.2026 und wir blicken gespannt auf einen besonderen Termin im Delme Klinikum Delmenhorst. Am Donnerstag, dem 21. Mai, wird die Oberärztin Aleksandra Kasperkiewicz einen aufschlussreichen Vortrag mit dem Titel „Frauenherzen schlagen anders“ im Blauen Salon des DKD halten. Ein Thema, das nicht nur medizinisches Fachpersonal, sondern auch uns alle betrifft, denn es geht um die oft übersehenen Unterschiede in der Herzgesundheit von Frauen. Und das ist mehr als nur eine interessante Theorie, das hat handfeste Konsequenzen für die Gesundheit vieler Frauen.

Kasperkiewicz hat in ihrer intensiven Recherche entdeckt, dass Frauen bei Herzerkrankungen ganz andere Symptome zeigen als Männer. Diese Unterschiede—das ist das Besondere—werden in der medizinischen Versorgung häufig nicht genug beachtet. Frauen neigen dazu, ihre eigenen gesundheitlichen Probleme hinter die ihrer Familienmitglieder zu stellen. Komischerweise werden sie oft nicht ernst genommen, was fatale Folgen haben kann. Kasperkiewicz ruft dazu auf, über diese Missstände nachzudenken, und fordert angepasste Therapie- und Diagnoseformen für Frauen sowie mehr Forschung, um die Versorgung zu verbessern.

Die verschiedenen Symptome und Risiken

Was sind nun diese besonderen Symptome, die Frauen aufweisen können? Schlechtes Sehvermögen, Schlafprobleme, Husten, Kopfschmerzen, Kribbeln in den Händen und erhöhter Blutdruck können auf Herzkrankheiten hinweisen. Erstaunlicherweise können diese Anzeichen Wochen oder sogar Monate vor einer tatsächlichen Herzkrankheit auftreten. Kasperkiewicz nennt Bluthochdruck und Herzinsuffizienz „wahre Killer“. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Fachliteratur nicht ausreichend darauf hinweist, dass die Anamnese bei Frauen anders gestaltet werden muss. Ärzte sollten spezifische Fragen stellen, denn Frauen reagieren anders auf Medikamente—das ist ein entscheidender Punkt!

Doch das ist noch nicht alles. Frauenherzen haben eigene anatomische Merkmale und sind im Durchschnitt kleiner und schlagen schneller als Männerherzen. Während ein Männerherz etwa 350 Gramm wiegt und 60 Mal pro Minute schlägt, bringt es das Frauenherz auf etwa 250 Gramm und 70 Schläge pro Minute. Wenn man das so betrachtet, wird schnell klar, dass die Symptome eines Herzinfarkts—die ja bekanntlich zwischen den Geschlechtern variieren—auch zu verzögerter medizinischer Hilfe führen können. Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind typische Symptome bei Frauen und können leicht übersehen werden.

Ein Umdenken ist notwendig

Die Gefahren sind real. Frauen haben ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt nicht zu überleben—33 bis 50 Prozent höher als bei Männern. In der Rehabilitationsphase nach einem Herzinfarkt sind sie oft weniger aktiv, was die Situation nicht gerade verbessert. Und dann gibt es da noch das „Broken Heart Syndrome“, das zu 90 Prozent Frauen betrifft und Herzinfarkt-ähnliche Symptome hervorrufen kann. Das alles zeigt, dass wir dringend ein Umdenken brauchen—bei Ärzten, in der Gesellschaft und in der Forschung.

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Kasperkiewicz hofft, dass zukünftige Forschungen neue Referenzwerte für Frauen liefern, speziell im Hinblick auf die Wechseljahre und die damit verbundenen hormonellen Veränderungen. Die Telemedizin könnte zudem eine Schlüsselrolle bei der Überwachung und Behandlung von Herzschwäche bei Frauen spielen. Das würde es ermöglichen, spezifische Risiken, wie Thrombosen, die bei Frauen auch in jungen Jahren ein höheres Risiko darstellen, besser zu erkennen und zu behandeln.

Der Vortrag von Kasperkiewicz am 21. Mai soll nicht nur das Bewusstsein für diese geschlechtsspezifischen Unterschiede schärfen, sondern auch dazu anregen, die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben. In zehn Jahren plant sie, erneut einen Vortrag zu halten, um über Fortschritte in der Herzgesundheit von Frauen zu berichten. Das ist ein wichtiges Ziel, und wir alle sollten dazu beitragen, dass es erreicht wird. Denn schließlich geht es um mehr als nur um medizinische Fakten—es geht um Leben!