Am Mittwoch, den 22. April, wurde im Sozialkaufhaus „Cadiso“ in Delmenhorst ein Digital-Café ins Leben gerufen, das Teil eines spannenden Forschungsprojekts der Universität Vechta ist. Hierbei unterstützen engagierte Studenten rund 30 Senioren beim Umgang mit modernen Technologien wie Tablets, Handys und Smartphones. Die Resonanz auf den ersten Termin war erfreulich; viele Senioren erfuhren über die Zeitung von diesem neuen Angebot und nahmen begeistert daran teil.
Caritas-Geschäftsführer Hubertus Aumann hebt hervor, dass das „Cadiso“ nicht nur ein Ort des Lernens ist, sondern auch als Treffpunkt für soziale Kontakte dient. Das Digital-Café soll regelmäßig stattfinden, auch wenn es momentan einige Einschränkungen bei der Barrierefreiheit gibt. Die Organisatoren streben Lösungen an, um auch mobilitätseingeschränkten Personen den Zugang zu erleichtern.
Ein Raum für Austausch und Lernen
Die Kenntnisse der Senioren variieren stark; während einige spezifische Fragen haben, möchten andere die Grundlagen erlernen. Ingrid Franz, eine Teilnehmerin des Digital-Cafés, plant, regelmäßig teilzunehmen und empfiehlt das Angebot anderen Senioren. Ebenso berichtet Joshua Gröring, ein Student, der am Projekt beteiligt ist, dass er durch die Unterstützung älterer Menschen positive Erfahrungen gemacht hat. Hannes Schumacher, ein weiterer Student, sieht die Chance, nicht nur zu helfen, sondern auch neue soziale Kontakte zu knüpfen.
Die Studenten wünschen sich, dass durch das Projekt Tandems zwischen Senioren und Studenten entstehen. Hubertus Aumann hat bereits angekündigt, das Digital-Café als regelmäßige Veranstaltung fortzuführen, um den Austausch und das Lernen zu fördern.
Erweiterte digitale Freizeitangebote
Zusätzlich zu diesem Vorhaben führt die Universität Vechta auch das Projekt „ViVerA – Virtuelle Veranstaltungen in der Altenpflege“ durch. Dieses Projekt bietet digitale Freizeitangebote für Alten- und Pflegeeinrichtungen und umfasst Formate wie Quiz-Runden, Musik-Cafés und Rudelsingen. Ziel ist es, die Lebensqualität der Bewohner:innen zu steigern, soziale Kontakte zu fördern und das Betreuungspersonal zu entlasten.
Mit über 700 Freiwilligen, die in mehr als 50 Einrichtungen aktiv sind, zeigt das Projekt, wie durch Videokonferenzen Barrieren für ehrenamtliches Engagement gesenkt werden können. Das Konzept des „5-Minuten-Ehrenamts“ verdeutlicht, dass auch kleine Beiträge große Wirkung entfalten können. All diese Initiativen sind eine Reaktion auf den Fachkräftemangel in der Altenpflege und fördern ein generationenübergreifendes Miteinander in den Einrichtungen.
Insgesamt zeigt sich, dass die digitale Unterstützung von Senioren nicht nur deren Kenntnisse erweitert, sondern auch neue soziale Netzwerke schafft und die Lebensqualität in der Gemeinschaft steigert. Die Kombination aus technischem Know-how und menschlichem Kontakt ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben im digitalen Zeitalter.