Heute ist der 3.05.2026 und in Delmenhorst tut sich einiges – sowohl im Rückblick als auch im Voraus. Erinnerungen an das Delmare Sport- und Freizeitzentrum am Reinersweg, das Ende Mai 2001 seine Pforten schloss, werden wieder wach. Es war nicht nur ein Ort für sportliche Aktivitäten, sondern auch ein Stück kulturelle Identität für viele Delmenhorster. Benno Petereit, der das Delmare seit 1989 leitete, kämpfte bis zum Schluss gegen die wirtschaftlichen Probleme, die durch die Konkurrenz der neueren Sportanlagen immer drängender wurden.
Ursprünglich in den 1980ern als Eislaufhalle erbaut, hatte das Delmare sich zwar umstrukturiert und bot nun Trendsportarten wie Squash und Badminton an, doch das reichte nicht aus. Der Rückgang der Kundschaft, besonders nach der Eröffnung der „Sportwelt“ in Bremen-Woltmershausen in den 1990ern, führte schließlich zur Schließung. Trotz einer Investition von 500.000 Mark für die Modernisierung des Fitnessbereichs und der Bowlingbahn konnte der Verfall nicht aufgehalten werden. Als Petereit schließlich eine Abschlussfeier für die Angestellten ankündigte, war das Ende besiegelt.
Ein neues Kapitel für das Delmare-Gelände
Jetzt, 25 Jahre später, steht das ehemalige Delmare erneut im Fokus – diesmal als baufälliges Gebäude. Der Planungsausschuss hat sich einig darüber gezeigt, dass das Delmare nicht in seinem jetzigen Zustand bleiben kann. Ein Investor aus Bassum hat sogar einen Antrag gestellt, die bestehenden Bebauungspläne zu ändern, um auf dem Gelände eine Wohnsiedlung zu errichten. Die wesDA Consulting und Immobilien- und Beratungs GbR plant konkret, das Delmare abzureißen. Dabei gibt es jedoch auch kritische Stimmen, die innovative Alternativen fordern.
Die Diskussion über die Umbenennung der Carl-Peters-Straße, die aufgrund der problematischen Ansichten des Afrikaforschers Peters angestoßen wurde, zeigt, dass in Delmenhorst nicht nur Gebäude, sondern auch Straßennamen überdacht werden. Die Entscheidung fiel auf den neuen Namen Alfred-Brehm-Straße, wobei der Ausschuss darauf achtete, dass Frauen stärker in die Namensgebung einfließen.
Feuer und Veränderungen
In dieser Zeit gab es auch dramatische Vorfälle, die die Stadt erschütterten. So brach ein Großfeuer im Penny-Markt an der Syker Straße aus, das einen Sachschaden von rund 1,2 Millionen Mark hinterließ. Die Feuerwehr verhinderte, dass die Flammen auf angrenzende Gebäude übergriffen. Die Brandursache bleibt unklar, doch Gutachter wiesen auf Mängel in den elektrischen Installationen hin.
Im Hudermoor brannte ein reetgedecktes Wohnhaus bis auf die Grundmauern ab, was einen Schaden von 400.000 Mark verursachte. Glücklicherweise waren die Bewohner verreist, als das Feuer von einem aufmerksamen Nachbarn bemerkt wurde.
Ein Schritt in die Zukunft
Die EWE hat unterdessen eine Erdgas-Zapfsäule an der Hoyersweger Esso-Station installiert, was als Schritt in eine umweltfreundlichere Zukunft gefeiert wird. Erdgas wird als kostengünstiger und umweltfreundlicher Treibstoff beworben, und vielleicht ist das ein kleiner Lichtblick in einer Zeit, in der viele Veränderungen auf Delmenhorst zukommen.
Das Delmare, ein Teil der Geschichte dieser Stadt, mag verschwinden, aber die Erinnerungen an die sportlichen Aktivitäten und die Gemeinschaft, die dort herrschte, werden bleiben. Ob die neuen Wohnsiedlungen denselben Charakter und denselben Gemeinschaftsgeist fördern können? Die Zeit wird es zeigen.