In der beschaulichen Stadt Delmenhorst sorgt eine bedrückende Situation für Aufregung und Besorgnis. Die Delmenhorster Liste hat die Stadtverwaltung aufgefordert, für die Außenstände eines säumigen Vermieters in den Stadtteilen Hasport und Annenheide einzuspringen. Bereits seit über sechs Wochen leben die Bewohner der dortigen Mehrparteienhäuser ohne Gas und Wasser – eine unhaltbare Lage, vor allem für die betroffenen Familien, unter denen sich auch eine schwangere Frau, ein Erkrankter und eine Person mit Behinderung befinden.

Die Delmenhorster Liste zeigt sich engagiert und hat bereits Trinkwasser gespendet. Doch das allein reicht nicht aus. Die Forderungen werden immer dringlicher: Schnellmaßnahmen müssen her, darunter eine Müllabfuhr durch die ADG und eine Prüfung der Unbewohnbarkeit der Häuser. Der Vermieter ist mit Zahlungen an die Stadtwerke Delmenhorst in Verzug – ein Problem, das zu ausstehenden Forderungen in mittlerer fünfstelliger Höhe geführt hat. Die Wohnbedingungen sind katastrophal: Ohne Heizung und mit gestapeltem Müll vor den Häusern wird der Alltag zur Qual. Ein Zustand, der nicht nur die Lebensqualität erheblich mindert, sondern auch das Wohl der Kinder gefährdet.

Dringender Handlungsbedarf

Die Delmenhorster Liste hat beantragt, dass die Stadt zur Abwendung von Kindeswohlgefährdung die Außenstände des Vermieters vorübergehend übernimmt. Eine Zahlung oder Bürgschaft könnte die Gas- und Trinkwassersperre aufheben. Das Erstaunliche daran? Eine formelle Ratsentscheidung wäre nicht nötig, da es sich um eine laufende Verwaltung handelt. Ein schnellerer Weg, um den Betroffenen zu helfen, könnte nicht gefunden werden.

Die Müllsituation ist ebenfalls besorgniserregend. Die Delmenhorster Liste schlägt vor, dass die ADG nicht nur auf öffentlichem Grund, sondern auch in Abstimmung mit den Mietern auf privatem Grundstück die Abfälle entsorgt. Doch was passiert, wenn der Vermieter weiterhin nicht zahlt? Dann könnte die Stadt prüfen, ob die Immobilien für unbewohnbar erklärt werden können. Ein Schritt, den man nicht leichtfertig geht, aber der in Anbetracht der Umstände notwendig sein könnte.

Notlösungen und humanitäre Hilfe

Die Stadt hat den betroffenen Bewohnern immerhin Duschen und Toiletten in einer benachbarten Sporthalle zur Verfügung gestellt. Eine Notlösung, die zwar hilfreich ist, aber nicht auf Dauer tragbar sein kann. Die Mitglieder der Delmenhorster Liste haben am Wochenende 500 Liter Trinkwasser an die betroffenen Mietparteien verteilt. Ein kleiner Lichtblick in einer dunklen Zeit! Die Freude über die Wasser-Spende war spürbar, doch die Betroffenen sind fassungslos über das Verhalten des Vermieters. Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte.

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Ein Blick zurück zeigt, dass die Stadt bei früheren Krisen, wie im Wollepark, schnell und unbürokratisch gehandelt hat. Auch jetzt wird von der Delmenhorster Liste gefordert, dass die Stadt die Möglichkeiten der Gesetze im Sinne der betroffenen Menschen nutzt. Denn eines ist klar: Jeder Mensch verdient ein Dach über dem Kopf, Wasser zum Trinken und ein Leben in Würde.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Doch was passiert, wenn ein Grundstück nicht ausreichend erschlossen ist? Hier kommen rechtliche Aspekte ins Spiel, die bei der aktuellen Situation in Delmenhorst nicht außer Acht gelassen werden sollten. Grundstücke benötigen für Wohn- oder Arbeitsnutzung Zugang zu Straße, Strom und Wasser. Bereits die Bauordnung stellt klar, dass eine gesicherte Erschließung – also eine rechtlich dauerhafte Versorgung mit Strom und Wasser – Voraussetzung für Genehmigungen ist. Bei Grundstücken, die nur über Privatstraßen angebunden sind, können Probleme auftreten, die eine lückenlose Verbindung von Leitungsrechten und Baulasten erfordern.

Ein fehlender öffentlich-rechtlicher Erschließungsbaulast könnte es dem Eigentümer unmöglich machen, notwendige Veränderungen oder Neubauten durchzuführen. In den verschiedenen Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen, die das Thema noch komplexer machen. In Brandenburg etwa müssen Eigentümer Versorgungsleitungen dulden, wenn ein Bauvorhaben des Nachbarn zulässig ist. Das bringt uns zu der Frage: Welche rechtlichen Möglichkeiten hat die Stadt, um in Delmenhorst aktiv zu werden?

Die Situation in Delmenhorst ist angespannt, und die Hoffnung auf schnelle Lösungen ist groß. Für die betroffenen Menschen ist der Alltag zur Herausforderung geworden. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtverwaltung bald die richtigen Schritte unternimmt, um diesem Drama ein Ende zu setzen.