Heute ist der 29.04.2026 und die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde feiern ein ganz besonderes Jubiläum: Ihr 50-jähriges Bestehen! Gegründet am 20. Februar 1976, hat sich der Verein mit viel Leidenschaft und Hingabe dem Erhalt und Betrieb der historischen Kleinbahn „Jan Harpstedt“ gewidmet. Diese nostalgischen Fahrten sind nicht nur ein Genuss für die Passagiere, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, in die Vergangenheit der Eisenbahn einzutauchen.
Die „Jan Harpstedt“ fährt von Harpstedt nach Delmenhorst und hält dabei in charmanten Orten wie Dünsen, Groß Ippener und Kirchseelte. Die Fahrzeuge aus den Jahren 1925 bis 1955, ausgestattet mit Holz- und Lederbänken, bieten ein authentisches Reiseerlebnis. Für das leibliche Wohl sorgt ein Büfettwagen, der Kaffee, Schokoriegel, Lollis und selbst gebackenen Kuchen bereithält. Und für die Fahrräder gibt es auch einen Gepäck- und Güterwagen. Einziger Wermutstropfen: Die Toilette ist recht einfach und kann nur während der Fahrt genutzt werden.
Nostalgie auf Schienen
Torben Kluwe, Lokführer und Heizer, ist einer von zehn Ehrenamtlichen im Verein und beschreibt den Reiz der Museumsbahn als ein Freilichtmuseum. „Es ist etwas ganz Besonderes, die Dampflok hin und wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Kluwe. Die Dampflok benötigt bis zu sechs Stunden, um den nötigen Druck aufzubauen, bevor sie sich in Bewegung setzt. Diese Geduld wird jedoch belohnt: Die Fahrt mit der „Jan Harpstedt“ ist ein Erlebnis, das die Herzen vieler Eisenbahnfreunde höher schlagen lässt.
Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, einen Museumsbahnbetrieb zwischen Delmenhorst und Harpstedt einzurichten und alte Eisenbahnfahrzeuge zu restaurieren. Seit 1979 wird die historische Kleinbahn ehrenamtlich betrieben, und die Arbeit ist nicht immer leicht. Der Triebwagen T 121, der seit dem 2. Januar 2023 aufgearbeitet wird, hat mit Verzögerungen zu kämpfen; die ursprünglich auf vier Jahre veranschlagte Restaurierung könnte nun weitere drei Jahre in Anspruch nehmen.
Herausforderungen der Restauration
Die Herausforderungen sind vielfältig. Kluwe berichtet von den Schwierigkeiten an der Eingangstür des Triebwagens, während das Dach bereits lackiert und der Rahmen geschweißt wurde. Die Motoren und das Getriebe sind ausgebaut und werden derzeit generalüberholt. Auch die Seitenwände des Triebwagens sind in Bearbeitung – einige Löcher müssen noch geschweißt werden, bevor das gute Stück wieder in Betrieb genommen werden kann.
Die Dampflok Anna, ein weiteres Herzstück des Vereins, muss 2026 zum TÜV für die gesetzlich vorgeschriebene Kesseluntersuchung. Diese wird alle drei Jahre durchgeführt und prüft die Materialstärke des Kessels. Sollte es dabei zu Problemen kommen, könnte der gesamte Kessel ausgebaut werden, was sowohl zeit- als auch kostenintensiv wäre. Der Verein hofft auf höhere Temperaturen und eine erfolgreiche TÜV-Prüfung, damit die Dampflok Anna bald wieder für Fahrgäste bereitsteht.
Die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde verfügen über ein beeindruckendes Fachwissen, das durch Maschinenbauer und langjährige Mitglieder, die beruflich mit Eisenbahntechnik vertraut sind, ergänzt wird. Dennoch wird dringend nach neuen Mitgliedern mit technischem Interesse gesucht, um die Zukunft des Vereins und der „Jan Harpstedt“ zu sichern.
Für alle, die mehr über die Geschichte und die aktuellen Entwicklungen der historischen Kleinbahn erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in die Sendung „Lass ma aussteigen“ von Reporter Till Kohlwes auf Bremen Eins.