Am Samstag, dem 6. Juni 2026, versammelten sich rund 60 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer am Wederweg in Celle zum 16. Bikergottesdienst des Christlichen Bikertreffs der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. Es war ein Tag, der Glauben, Gemeinschaft und die Leidenschaft für das Motorradfahren auf einzigartige Weise verband. Das Gelände der Baptisten-Gemeinde füllte sich schnell mit einer bunten Vielfalt an Motorrädern – ein Anblick, der das Herz eines jeden Bikers höherschlagen ließ.
Die Veranstaltung wurde vom Christlichen Bikertreff Celle organisiert, der sich regelmäßig am ersten Donnerstag des Monats trifft. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Lars Heidemann und seinem Team, während Joshua Kluin sich um die technische Betreuung kümmerte. Moderiert wurde das Programm von Matthias Kluin sowie Christina und Dietmar Mahler. Interessanterweise konnte Christina Mahler diesmal nicht an der anschließenden Motorradausfahrt teilnehmen – ein kleiner Wermutstropfen für die engagierte Bikerin.
Freiheit und Verantwortung
Während des Gottesdienstes wurde das Gefühl von Freiheit, das viele Biker beim Fahren empfinden, von Dietmar Mahler und Arne Möller thematisiert. Möller erzählte von seiner Reise durch Norwegen, wo er die Freiheit genoss, jederzeit spontan anzuhalten und die Natur zu erleben. Diese Geschichten wurden von der Predigt von Johannes Knittel, Pastor der Friedenskirche Braunschweig, ergänzt, der über Freiheit, Verantwortung und den christlichen Glauben sprach. Seine persönlichen Erfahrungen verband er auf berührende Weise mit den Themen des Glaubens und der Sicherheit im Straßenverkehr.
Ein zentrales Anliegen des Gottesdienstes war auch die Sicherheit der Motorradfahrer. Die Veranstaltung betonte die Risiken des Motorradfahrens und den Wunsch nach Gottes Segen für die kommende Saison. Die Kollekte war für die Johanniter-Motorradstaffel bestimmt, die bei verschiedenen Veranstaltungen Erste Hilfe leistet. Diese Staffel zeigt, wie eng der Glaube und die Gemeinschaft in der Motorradfahrer-Community verbunden sind.
Gemeinsam unterwegs
Nach dem Gottesdienst machten sich die etwa 60 Motorräder auf eine gemeinsame Ausfahrt über eine Strecke von 60 Kilometern. Die Route führte durch malerische Landschaften über Altencelle, Hagen, Gockenholz, Helmerkamp, Flettmar und Eicklingen. Die Rückkehr auf das Gemeindegelände wurde dann mit einem geselligen Grillen und anregenden Gesprächen gefeiert – ein schöner Abschluss eines gelungenen Tages. Der nächste Bikergottesdienst am Wederweg ist bereits für den 5. Juni 2027 geplant.
Diese Art von Gottesdiensten ist nicht nur in Celle zu finden. Immer mehr Motorradfahrer in Deutschland suchen nach spiritualer Begleitung und Gemeinschaft, was sich in der steigenden Popularität von Bikergottesdiensten zeigt. Plattformen wie Motowert bieten eine Übersicht über diese Veranstaltungen, die seit über 60 Jahren existieren. Der erste Bikergottesdienst wurde 1962 in Nürburgring abgehalten. Seither hat sich eine lebendige Tradition entwickelt, die viele Biker anzieht, auch die, die vielleicht nicht regelmäßig in die Kirche gehen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Gemeinschaft der Motorradfahrer ist oft bestrebt, umweltfreundlicher zu werden. Das Interesse an E-Motorrädern wächst und es gibt Bestrebungen, den CO2-Fußabdruck zu verringern. Pfarrerin Stefanie Eberhardt betont die Nähe zu Gott in der Natur, was viele Biker nachvollziehen können. Die Sicherheit steht nach wie vor im Vordergrund, und es wird Wert darauf gelegt, dass Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Ein gutes Gefühl, wenn man mit einem Motorrad unterwegs ist, wird nicht nur durch die Geschwindigkeit, sondern auch durch ein Bewusstsein für die eigene Sicherheit unterstützt – ein Gedanke, der sicher vielen Bikerinnen und Bikern durch den Kopf geht.
So begegnen sich Glaube und Leidenschaft auf zwei Rädern – eine wunderbare Kombination, die nicht nur die Freiheit des Fahrens feiert, sondern auch den Zusammenhalt und die Verantwortung, die damit verbunden sind.