Er ist wieder da! Albrecht Thaer, der Begründer der modernen Landwirtschaft, thront nun in neuem Glanz auf seinem Sockel in Celle. Nach einer intensiven Restaurierung hat die Statue, die lange unter Schmutz und Rissen gelitten hat, endlich ihr Comeback gefeiert. Am 20. Mai 2026, nach rund anderthalbstündiger Montagearbeit, wurde sie wieder aufgestellt – und das mit einem Hauch von Aufregung, denn die Rückkehr war alles andere als geplant.
Die Demontage im August 2025 kam überraschend und war das Ergebnis eines Auftrags der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer e.V. Möglin. Jürgen Lindhorst von der Lindhorst-Gruppe übernahm nicht nur die Kosten, sondern auch die komplette Organisation der Rundumaufbereitung. Ein echtes Meisterwerk! Die Statue hatte sich durch Verkehrsabgase und Umwelteinflüsse stark verschmutzt, und die feinen Haarrisse waren wie kleine Einladungskarten für Wasser, das sich im Material einnisten wollte. Eine gründliche Reinigung mit 130 Grad heißem Wasserdampf und Wasserstoffperoxid war nötig, gefolgt von einer Handreinigung. Risse? Kein Problem! Die wurden mit Marmormehl verschlossen. Auch ein abgebrochener Finger wurde mit Restaurationsmörtel nachgebildet – geschickte Hände, die hier am Werk waren!
Ein Denkmal mit Geschichte
Wusstet ihr, dass das Thaer-Denkmal schon 1873 vom Landwirtschaftlichen Filialverein Celle gestiftet wurde und von Carl Ferdinand Hartzer entworfen ist? Seit 1998 steht es auf dem Celler Thaerplatz, einem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt. Und das ist nicht alles – im Hintergrund rumort es! Die Stadtverwaltung plant, das Denkmal nach einer Umgestaltung des Thaerplatzes an seinen historischen Standort in den Triftanlagen zurückzubringen. Ob das wirklich klappt, ist jedoch noch ungewiss. Ein bisschen Polit-Lotterie, wenn ihr mich fragt!
Die Wiederaufstellung wurde von Dr. Franz-Peter Engling und Burkhard Diercks von den Albrecht-Thaer-Vereinen begleitet, die allerdings eine gewisse Enttäuschung über den alten Standort zeigten. Diercks hat sogar den Arno-Schmidt-Platz als möglichen neuen Platz vorgeschlagen, während Engling den Schlosspark favorisiert. Da sieht man mal, wie unterschiedlich die Meinungen sein können – die einen wollen mehr Ruhe, die anderen mehr Sichtbarkeit.
Ein Blick in die Zukunft
Und wenn wir schon beim Blick in die Zukunft sind, Albrecht Thaer feiert 2027 seinen 275. Geburtstag! Die Planungen für eine Festveranstaltung laufen bereits. Und nicht nur das – 2028 wird sein 200. Todestag begangen. Die Fördergesellschaft in Möglin hat die Fäden in der Hand und sorgt dafür, dass Thaers Vermächtnis nicht in Vergessenheit gerät.
Wir dürfen nicht vergessen, dass auch das Thaer-Denkmal in Berlin eine spannende Geschichte hat. 1843 begannen die Pläne für ein Denkmal, das schließlich 1860 eingeweiht wurde. Das war ein Novum in der Stadtgeschichte, als die Ehrung von drei bedeutenden Persönlichkeiten ohne Degen in der Hand gefeiert wurde. Der berühmte Bildhauer Christian Daniel Rauch hatte das Denkmal geschaffen, das später in der DDR-Zeit abgeräumt und erst nach der Wiedervereinigung als Kopie zurückgebracht wurde. Ein echtes Stück Geschichte!
In Celle geht es also weiter – die Gespräche mit dem Verwaltungsausschuss sollen das Denkmal an einen besseren, touristisch attraktiveren Standort bringen. Steinmetz Tim Pahl hat sogar angeboten, die Statue erneut zu versetzen, falls das nötig wird. Was für ein Engagement! In einer Zeit, in der wir oft den Blick auf das Wesentliche verlieren, zeigt sich hier, wie wichtig es ist, unsere Geschichte zu bewahren und zu pflegen.
Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln. Der Albrecht Thaer, ein Mann, dessen Ideen auch heute noch in den Feldern leben, wird mit Sicherheit noch viele Geschichten erzählen – und vielleicht auch den ein oder anderen Standortwechsel erleben, damit er nicht nur ein Denkmal bleibt, sondern ein lebendiger Teil unserer Stadtgeschichte.