In Braunschweig hat sich die Luft nach dem letzten Spieltag der 2. Bundesliga merklich verändert. Eintracht Braunschweig, unser Lokalheld, hat sich – man kann sagen – ein Stück weit ins Glück gerettet. Mit einem 0:1 gegen Schalke 04 und einem Quäntchen Glück in Fürth konnten die Löwen tatsächlich den Klassenerhalt sichern. Ja, es war wie ein Krimi vor dem Fernseher – die Spieler auf der Bank, die Augen auf das Parallelspiel gerichtet, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Und während Schalke, der bereits als Meister feststand, es eher gemächlich angehen ließ, war das Schicksal von Braunschweig in den Händen anderer.
Greuther Fürth, die in der ersten Halbzeit noch mit 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf führten, schien ein weiteres Tor in petto zu haben, das die Braunschweiger direkt auf Platz 16 hätte katapultieren können. Doch nach dem Schlusspfiff in Fürth geschah nichts mehr – kein weiteres Tor, kein Jubel, nichts. Torwart Ron-Thorben Hoffmann atmete nach dem Abpfiff in Fürth tief durch und sprach von einer Erleichterung, die man ihm anmerkte. „Es war ein Stück weit Glück, aber das haben wir uns auch erarbeitet“, sagte er und brachte damit die gemischten Gefühle auf den Punkt.
Ein Drama der besonderen Art
Was für ein Herzschlagfinale! Die Fans von Eintracht Braunschweig hatten sich auf ein spannendes Saisonende eingestellt, und genau das bekamen sie. Sechs Teams waren im Abstiegskampf gefangen: Neben Braunschweig kämpften auch der 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden, Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld und Greuther Fürth um jeden Punkt. Preußen Münster stand bereits als Absteiger fest, aber die anderen waren noch in der Schwebe, bis der letzte Pfiff ertönte.
Mit nur drei Punkten Vorsprung auf Fürth und einem einzigen Zähler auf Bielefeld war die Lage vor dem Spiel gegen Schalke angespannt. Trainer Lars Kornetka hatte die Mannschaft gut vorbereitet und betonte, dass man bis zur letzten Sekunde alles geben müsse. Braunschweig hätte gewinnen oder ein Unentschieden erreichen müssen, abhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz. Und tatsächlich, selbst bei einer Niederlage hätte es noch Hoffnung gegeben, wenn Fürth und Bielefeld gleichzeitig verloren oder unentschieden gespielt hätten. Doch die Nerven lagen blank, und die Spieler mussten auf das, was auf dem anderen Platz geschah, warten.
Ein Blick zurück und nach vorn
Der Trainerwechsel von Heiner Backhaus zu Lars Kornetka in dieser Saison hatte auch seine Spuren hinterlassen. Die Fans forderten eine schonungslose Aufarbeitung der Saison. Mit den Höhen und Tiefen, die die Liga nun mal mit sich bringt, war es ein ständiges Auf und Ab. Schalke hatte in diesem Spiel zahlreiche Chancen vergeben, und als die Zeit verging, nahmen sie das Tempo heraus. Das sorgte für zusätzliche Nervosität in Braunschweig, denn eine späte Aufholjagd der Schalker hätte alles kippen können.
Am Ende blieb es bei der 0:1-Niederlage, und die Freude über den Klassenerhalt mischte sich mit der Erkenntnis, dass die Saison alles andere als einfach war. Greuther Fürth gewann letztlich 3:0 und damit war klar, dass sie Braunschweig nicht mehr gefährden konnten. So wird diese Saison für die Löwen in die Geschichtsbücher eingehen – ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga, das mit einem Schuss Drama und einer Prise Glück beendet wurde.