In der Kunstszene Braunschweigs hat sich ein echter Verlust eingestellt. Hans Wesker, ein kreativer Kopf und Freigeist, verstarb am 3. April 2025 im Alter von 75 Jahren. Der Braunschweiger Künstler war nicht nur Maler und Klangkünstler, sondern auch Gründungsmitglied des Allgemeinen Konsumvereins. Seine Werke und sein Engagement prägten die lokale Kunstszene über Jahrzehnte hinweg und hallen bis heute nach.

Ein Jahr nach seinem Tod wird nun eine Ausstellung zu seinen Ehren stattfinden. Unter dem Titel „In Erinnerung an Hans Wesker“ wird vom 15. bis 17. Mai 2023 im Allgemeinen Konsumverein eine Retrospektive seiner Arbeiten gezeigt, die von den 1990er Jahren bis zur Gegenwart reichen. Der Eröffnungstermin, am 18. Mai um 18 Uhr, verspricht eine spannende Zeitreise durch Weskers Schaffen. Anne Müller von der Haegen, die Vereinsvorsitzende, beschreibt seine Arbeiten als meditativ und leuchtkräftig – eine Beschreibung, die man nur zu gut nachvollziehen kann.

Kreative Vielfalt und Engagement

Wesker hat nicht nur mit Farbe gearbeitet, sondern auch mit Klang. Er begann seine künstlerische Karriere als Maler, studierte Grafik-Design und Visuelle Kommunikation in Bielefeld sowie Malerei an der HBK Braunschweig. Im Laufe der Jahre entwickelte sich seine Kunst von Bildern hin zu Klanginstallationen. 1996 stellte er seine erste Klanginstallation vor, oft in historischen Gebäuden, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugte.

Seine bekanntesten Arbeiten wie „Mumbai… only sounds?“ im Allgemeinen Konsumverein und die 8-Kanal Klanginstallation „Echo_Räume“ in der Klosterkirche Riddagshausen sind nur einige Beispiele für seinen innovativen Umgang mit Klang und Raum. Wesker war ein echter Pionier, dessen Werke auch überregional Anerkennung fanden. Er war nicht nur Mitglied im Deutschen Künstlerbund, sondern auch gut vernetzt in der Kunstszene und hatte Studienreisen nach Frankreich, Marokko, Kamerun und Indien unternommen.

Doch es gab auch Herausforderungen. Vor seinem Tod verschlüsselte Wesker digitale Klanginstallationen, was den Zugang für sein Umfeld erschwerte. Bis heute wurde kein Zugang zu diesen Dateien gefunden – ein Rätsel, das möglicherweise ein Teil seines künstlerischen Erbes bleibt.

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Ein bleibendes Erbe

Wesker war nicht nur Künstler, sondern auch ein engagierter Mitgestalter der Braunschweiger Kulturszene. Er war lange im Vorstand des Braunschweiger Künstlerhauses tätig und initiierte das Projekt klangstaetten | stadtklaenge, das internationale Klangkunst in die Stadt brachte. Auch im Outsider-Atelier Geyso20 der Lebenshilfe war er seit 2005 als künstlerischer Berater aktiv und unterstützte dort kreative Talente.

Seine Kunst galt als überzeitlich, unabhängig von kurzlebigen Trends – ein Aspekt, den viele seiner Bewunderer schätzten. Die Ausstellung „In Erinnerung an Hans Wesker“ wird nicht nur seine Malerei und Klangkunst zeigen, sondern auch die „Kleinen Briefe“, die er seit 1992 bemalte, als persönliche, kunstvolle Antwort auf jeden erhaltenen Brief. Diese Briefe sind Teil seines einzigartigen künstlerischen Ausdrucks.

In der aktuellen Kunstlandschaft, in der Klangkunst eine immer größere Rolle spielt, könnte Weskers Erbe nicht passender sein. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der bevorstehenden Sonderausstellung „Töne. Klänge. Objekte. Ulrich Eller x HAUM“ im Herzog Anton Ulrich-Museum wider, die klangliche Elemente mit visueller Kunst kombiniert. Diese kreative Fusion ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Klang und Bild zusammenkommen und die Wahrnehmung des Raumes verändern. Weskers Einfluss lebt weiter, und sein Werk inspiriert neue Generationen von Künstlern.