Wer auf der Suche nach einem geheimen Ausflugsziel ist, der sollte die Steinkirche bei Scharzfeld unbedingt auf seine Liste setzen. Diese atemberaubende Höhle im Harz ist nicht nur ein kleiner Geheimtipp, sie hat auch eine unglaubliche Geschichte zu erzählen. Eingebettet zwischen dem Mönche- und Bremketal am Hang des Steinbergs, lädt sie Wanderfreunde zu einem kurzen und spannenden Fußweg ein, der vom Ort Scharzfeld zur Dolomitfelsenhöhle führt.
Parkplätze sind in der Nähe reichlich vorhanden. Eine gute Option ist der Platz unter der Brücke der Bundesstraße 27 oder der Parkplatz im Ort. Von dort aus sind es nur etwa 15 Minuten zu Fuß – einfach den schmalen Wanderweg entlang, und schon steht man vor dem imposanten Felsentor der Höhle. Diese ist nicht nur beeindruckend hoch, sie bietet auch einen großen Vorplatz, auf dem sich die Überreste alter Bräuche finden lassen – Kerzen und Räucherstäbchen, die von den Menschen zeugen, die hier einst ihre Traditionen pflegten.
Ein Ort voller Geschichte
Die Geschichte der Steinkirche reicht bis ins Mittelalter zurück. Vor rund 10.000 Jahren rasteten hier Rentierjäger, wie archäologische Funde belegen. Die Höhle diente später den Germanen als Kultstätte und wurde schließlich im frühen Mittelalter in einen christlichen Kirchenraum umgewandelt. So erzählt die Legende, dass der Missionar Bonifatius die Steinkirche im Jahr 732 geweiht hat. Ja, das könnte tatsächlich das älteste Gotteshaus im Harz sein! Ein tiefes Gefühl von Ehrfurcht überkommt einen, wenn man sich vorstellt, wie viele heilige Männer und Eremiten diesen Ort als ihre Heimat wählten.
Die Höhle selbst, eine rundbogige Formation in Dolomitfelsen, misst bis zu 28 Meter in der Länge und erreicht Höhen von acht Metern. An der Südwand befindet sich eine in den Stein gehauene Kanzel und ein Altar, die beide an die religiöse Nutzung des Raumes erinnern. Der Vorplatz wurde bis ins 16. Jahrhundert als Friedhof genutzt, bevor der Ort langsam in Vergessenheit geriet. Bis zu hundert Bestattungen fanden hier statt, überwiegend in Holzsärgen. Eine Grabstelle, die besonders ins Auge fällt, ist ein Steingrab mit dem Skelett einer Frau, das vor der Kanzel lag.
Ein Ort für die Seele
Heute zieht die Steinkirche, eingebettet im Naturpark Harz und im Naturschutzgebiet Steinberg, noch immer Menschen an. Die Höhle ist kein touristisches Highlight mit Führungen und Eintritt, was sie umso authentischer macht. Man kann hier einfach die Ruhe genießen, die Natur auf sich wirken lassen und vielleicht sogar ein bisschen in die eigene Seele blicken. Wandern in der Umgebung ist ebenfalls ein Genuss – der Karstwanderweg führt direkt an der Höhle vorbei und der Weg bergauf zum Steinberg belohnt mit einem herrlichen Ausblick auf die Mischwälder und Klippen, wo Schafe grasen und die Welt für einen Moment stillzustehen scheint.
Für Familien mit Kindern ist die Steinkirche ein ideales Ausflugsziel. Die Mischung aus Abenteuer, Geschichte und Natur ist einfach unschlagbar. Und wer weiß, vielleicht entdeckt der ein oder andere beim Erkunden der Höhle ein paar neue Geschichten oder denkt über die alten Eremiten nach, die einst diesen mystischen Ort bewohnten. Die Steinkirche bei Scharzfeld ist mehr als nur ein Ausflugsziel – sie ist ein Stück lebendige Geschichte, das darauf wartet, entdeckt zu werden.