Heute ist der 24.05.2026 und wir schauen uns an, was in Braunschweig in Sachen Bevölkerungsschutz geplant ist. In einer Zeit, in der wir uns zunehmend mit unvorhersehbaren Bedrohungen auseinandersetzen müssen, hat die Bundesregierung ein ganz neues Sonderprogramm ins Leben gerufen. Ganze zehn Milliarden Euro sind bis 2029 dafür vorgesehen – das klingt nach einer Menge Geld, oder? Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat bereits einige Eckpunkte präsentiert, aber in Braunschweig sieht die Lage etwas… naja, mau aus.

Die Stadt hat nämlich keine öffentlichen Schutzräume. Ja, richtig gehört! Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) haben das bestätigt. Alle ehemals gewidmeten Schutzanlagen sind bereits zurückgebaut worden. Das ist echt ein Hammer, wenn man darüber nachdenkt. Und während die Stadt auf das nationale Schutzraumkonzept des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wartet, bleibt den Bürger:innen nicht viel anderes übrig, als zu hoffen.

Ein Blick in die bundesweite Situation

Bundesweit sieht es nicht viel besser aus. Momentan sind noch 579 Schutzräume offiziell dem Zivilschutz gewidmet, aber keiner ist einsatzbereit. Die Wartung und Instandhaltung wurden bereits 2007 eingestellt. Und ich frage mich: Was bringt ein Schutzraum, der nicht funktioniert? Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hat dies ebenfalls kritisiert und mehr Koordinierung zwischen Bund und Ländern gefordert. Da muss einfach mehr passieren!

Ein interessanter Punkt ist, dass der Bund plant, sich von der alten Denkweise der klassischen Schutzräume aus der Zeit des Kalten Krieges zu verabschieden. Stattdessen denkt man über dezentrale öffentliche Zufluchtsräume nach – wie Tiefgaragen oder Kellerräume. Das klingt erst einmal modern, aber was ist damit wirklich gemeint? Wer möchte schon in einer dunklen Tiefgarage Unterschlupf suchen, wenn es darauf ankommt?

Technologie als Hilfe

Ein Lichtblick könnte die Nina-App sein, die ausgebaut werden soll. Die Idee dahinter ist, dass sie den Weg zu den nächstgelegenen Schutzorten anzeigen kann. Aber mal ehrlich, wer hat die Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wenn die Alarmglocken läuten? Eine bundesweite Kartierung der Schutzorte steht noch aus – also bleibt abzuwarten, wie gut das alles wirklich funktioniert. Und das, wo die Vorwarnzeiten bei Raketen- oder Drohnenangriffen heutzutage nur noch wenige Minuten betragen. Da wird einem schon ein bisschen mulmig.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die konstituierende Sitzung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Schutzraumkonzept fand schon im November 2024 statt. Es wird also gearbeitet, aber wie lange müssen die Menschen in Braunschweig noch auf konkrete Lösungen warten? Die flächendeckende Verfügbarkeit von Schutzräumen, insbesondere in Kellern, wird derzeit geprüft. Und ich könnte mir vorstellen, dass viele Braunschweiger:innen sich wünschen, dass da bald etwas Handfestes kommt. Schließlich geht es um Sicherheit und das gute Gefühl, in Krisenzeiten geschützt zu sein.

Ein weiterer Punkt ist, dass Handlungsempfehlungen zur schnellen Verfügbarkeit von Schutzräumen erarbeitet werden. Das klingt gut, aber es bleibt die Frage, wie schnell und effizient das in der Praxis umgesetzt werden kann. Die Unsicherheit ist spürbar und vielleicht ist das auch der Grund, warum viele Menschen sich nicht aktiv mit dem Thema auseinandersetzen. Es ist ja nicht so, dass wir jeden Tag daran denken wollen, oder?