In der kleinen Stadt Greifswald, wo die Nordseeluft die Kiefern streichelt und der Wind die Gedanken mit sich trägt, hat ein engagiertes Forschungsteam ein Verfahren entwickelt, das die Welt der Bluttransfusionen revolutionieren könnte. Kliniken sind auf Blutspenden angewiesen, um Unfallopfer und Schwerkranke zu versorgen. Doch die Herausforderung bleibt: Blutgruppen sind untereinander nicht kompatibel, was die Verwendung von Spenderblut erheblich einschränkt. Hier kommt das Team ins Spiel. Sie haben ein Verfahren erfunden, das Blutplasma universell einsetzbar macht. Ja, richtig gehört!

Wusstet ihr, dass bei Transfusionen Patienten nicht das gesamte Blut erhalten? Sie bekommen hauptsächlich die benötigten Bestandteile, vor allem die Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen. Jährlich werden in Deutschland etwa 3 bis 4 Millionen Erythrozyten-Transfusionen und rund 750.000 Blutplasma-Transfusionen durchgeführt. Blutplasma, das zu 90 % aus Wasser besteht, enthält neben Hormonen und Mineralstoffen auch wichtige Proteine. Besonders wichtig ist es für Patienten mit hohem Blutverlust, beispielsweise nach großen Operationen oder Unfällen, da es Gerinnungsfaktoren liefert.

Eine bahnbrechende Entdeckung

Das neue Verfahren, das die Greifswalder Forscher entwickelt haben, filtert Antikörper aus dem Plasma heraus. Das ist entscheidend, denn diese Antikörper können bei Transfusionen zu heftigen Reaktionen führen, wenn sie mit der entgegengesetzten Blutgruppe in Kontakt kommen. Mit einer cleveren Technik wird ein kleiner Anteil von Blutzellen der entgegengesetzten Blutgruppe genutzt, um die störenden Antikörper zu binden und sie anschließend abzutrennen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat diesen innovativen Ansatz bereits zugelassen und das ist ein wirklich großer Schritt!

Bis Ende 2026 soll das universelle Blutplasma in der Universitätsmedizin Greifswald und den umliegenden Einrichtungen zur Verfügung stehen. Das Tolle daran ist, dass diese Methode auch von anderen Blutspendediensten angewendet werden kann, sofern die Lizenzierung vorliegt. Und das Beste? Plasma kann bis zu zwei Jahre eingefroren gelagert werden, was eine optimale Planung des Verbrauchs ermöglicht. Eine einzige Blutspende kann sogar bis zu drei Menschenleben retten. Das ist doch einfach unglaublich!

Die Komplexität der Blutgruppen

Es ist interessant zu wissen, dass es im Bereich der Bluttransfusionen auch so etwas wie einen Universalspender und einen Universalempfänger gibt. Universalspender ist die Blutgruppe 0 negativ – ein echter Held in Notsituationen. Der Universalempfänger hingegen ist die Blutgruppe AB positiv. Diese Bezeichnungen gelten allerdings nur für Erythrozyten-Konzentrat, nicht für Blutplasma. Eine fehlerhafte Transfusion kann nämlich zu akuten hämolytischen Transfusionsreaktionen führen, was alles andere als wünschenswert ist.

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Die Begriffe rund um die Blutgruppen stammen aus einer Zeit, als Vollbluttransfusionen noch üblich waren. Mittlerweile hat sich die Praxis geändert – heute werden überwiegend einzelne Blutbestandteile übertragen. Das AB0-System, das 1901 von Karl Landsteiner entdeckt wurde, umfasst vier Hauptgruppen: A, B, AB und 0. Neben diesen Gruppen gibt es auch zahlreiche Untergruppen und Varianten. Im Rhesussystem, einem weiteren wichtigen Blutgruppensystem, gibt es ebenfalls spezielle Merkmale. Kompatibilität ist das A und O – und das gilt besonders bei Transfusionen. Heutzutage wird bevorzugt gruppengleiches Blut verwendet, während Blutgruppe 0 rh-negativ in Notfällen als Universalspender agiert.

Ein bisschen verrückt, oder? Aber genau diese Komplexität macht die neue Entwicklung aus Greifswald so spannend. Sie könnte nicht nur die Art und Weise, wie wir über Bluttransfusionen denken, verändern, sondern auch das Leben unzähliger Menschen retten. Wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt und hoffen, dass viele Patienten von dieser innovativen Technik profitieren werden.