Heute ist der 13.06.2026, und ich sitze hier in Aurich, spüre die frische Brise, die durch die offenen Fenster weht, und denke an einen der versteckten Schätze Niedersachsens: die Allee im Leybuchtpolder. Diese Allee hat gerade die Auszeichnung „Allee des Jahres 2025“ von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft erhalten. Ein Grund mehr, diese einzigartige Kulturlandschaft zu besuchen, die 1954 nach der Eindeichung entstand und sich über die Jahre zu einem wahren Paradies für Naturliebhaber entwickelt hat.

Die Allee zieht sich durch eine weitläufige Marschlandschaft, in der sich lange, gerade Straßen mit einer markanten Baumreihe vereinen. Diese Bäume – Birken, Eichen und Erlen – bieten nicht nur einen wunderbaren Windschutz, sondern sind auch ein eindrucksvoller Kontrast zum oft wechselhaften Himmel. Besonders schön ist es, wenn das frische Grün im Frühling die Landschaft erwacht, während der Sommer ein dichtes Blätterdach spendet und der Herbst mit goldenen Tönen die Szene verzaubert. Man kann wirklich sagen, dass jeder Besuch hier ein anderes Erlebnis bietet, je nach Jahreszeit.

Ein Ort für Naturliebhaber

Die Jury, die die Auszeichnung verlieh, war von der landschaftlichen Wirkung und dem hervorragenden Erhaltungszustand der Allee begeistert. Kein Wunder, schließlich ist der Leybuchtpolder eine der jüngsten Kulturlandschaften in Niedersachsen, und die Alleen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie filtern Schadstoffe, bieten Lebensräume für bedrohte Arten und sind somit essentielle Elemente unserer Kulturlandschaft. Ein Besuch hier ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz.

Die Anreise ist unkompliziert: Mit dem Auto geht’s über die A28 Richtung Oldenburg und dann auf die A31 bis Emden. Von dort aus sind es nur noch ein paar Landstraßen bis zum Leybuchtpolder – die gesamte Fahrzeit beträgt etwa 1 Stunde 45 Minuten. Alternativ kann man auch die Bahn bis Norden oder Emden nehmen und dann mit dem Bus oder dem Fahrrad weiterfahren. Die Region ist übrigens hervorragend mit Radstrecken durch die Marsch ausgestattet, perfekt für einen entspannten Ausflug.

Ein Blick hinter die Kulissen

Im Rahmen der Auszeichnung fand die Verleihung im Dorfgemeinschaftshaus „Lüttje Kark“ statt. Es war ein feierlicher Anlass, der nicht nur die Allee selbst, sondern auch die Menschen würdigte, die sich für deren Erhalt engagieren. Der BUND vergibt diese Auszeichnung seit 2008, um auf den Schutz von Alleen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr wurde das Motto des Fotowettbewerbs „Alleen in den vier Jahreszeiten“ gewählt, und die Jury hatte die Qual der Wahl unter rund 220 Einsendungen. Besonders herausragend war ein Bild von Uwe Fröbel, das eine Allee zu einem Dorffriedhof im Leybuchtpolder zeigt. Es wurde für seinen beeindruckenden Bildausschnitt und die Ausdruckskraft gelobt.

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Der Leybuchtpolder bleibt somit nicht nur eine Naturoase, sondern auch ein kulturelles Highlight des Nordens, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Und wer weiß? Vielleicht entdeckt man beim Radeln oder Spazierengehen die nächste Schönheit der Natur oder wird selber Teil der nächsten fotografischen Hommage an diese wunderbare Landschaft!