In Wolgast, einer kleinen Stadt an der malerischen Ostsee, hat die erste Spundwand im Peenestrom seit dem 20. Mai 2026 ihre Arbeit aufgenommen. Dieses große Straßenbauprojekt ist kein geringeres als die neue Zufahrt zur beliebten Urlaubsinsel Usedom und es wird als das größte seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern gefeiert. Die Kosten? Über 500 Millionen Euro, eine Zahl, die selbst die kühnsten Schätzer übertroffen hat. Ursprünglich waren 140 Millionen Euro eingeplant, aber die Realität war offenbar ganz anders.
Aktuell gibt es zwei Straßenbrücken, die die Verbindung nach Usedom gewährleisten: die beeindruckende Peenebrücke Wolgast – die größte Waagebalken-Klappbrücke Deutschlands – und die Zecheriner Brücke. Autofahrer, die auf die Öffnungen der Brücken angewiesen sind, müssen sich allerdings auf Wartezeiten von 15 bis 20 Minuten einstellen. Mit der neuen Trasse, die 1,4 Kilometer lang sein wird und mit 70 Meter hohen Pylonen aufwartet, wird sich das bald ändern. Diese Zügelgurtbrücke wird die größte ihrer Art in Europa sein – ein echtes Meisterwerk der Ingenieurskunst!
Finanzierungsfragen und Herausforderungen
Doch wie so oft gibt es auch hier einen Haken. Die Finanzierung des Neubaus der Peenebrücke gerät ins Stocken. Der Bund hat Schwierigkeiten, die nötigen Mittel bereitzustellen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern verhandelt über offene Fragen zur Finanzierung, während Bauunternehmen bereitstehen, aber die Auftragsvergabe noch aussteht. Die Angebote der Bauunternehmen übersteigen die ursprünglichen Kostenschätzungen erheblich und die Unsicherheit, die das mit sich bringt, sorgt für Besorgnis. Bürgermeister Martin Schröter macht sich Gedanken über die verzögerte Fertigstellung und die damit verbundene Verkehrslage in der Stadt.
Die alte Klappbrücke bleibt vorerst erhalten, was zukünftige Arbeiten erleichtert. Die Zecheriner Brücke im Süden Usedom benötigt dringend einen Ersatzneubau – die ersten Planungen dafür laufen bereits. Man fragt sich, ob die neuen Brücke und die geplante Ortsumgehung Dargun mehr Verkehr auf die Autobahn 20 leiten werden und die Altstadt von Wolgast entlasten können. Es bleibt spannend!
Ein Blick in die Zukunft
Die Fertigstellung der neuen Trasse wird für Ende 2029 erwartet, doch die Unsicherheiten rund um die Finanzierung könnten auch hier für Verzögerungen sorgen. Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Blank, hat eine Kosten-Nutzen-Analyse vorgelegt, die das Projekt als wirtschaftlich darstellt – das ist ein Lichtblick in der trüben finanziellen Lage. Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat sich positiv zu Neu- und Ausbaumaßnahmen im Straßennetz geäußert. Es ist klar, dass in den kommenden Jahren Rekordinvestitionen in die Verkehrsinfrastruktur fließen sollen – insgesamt 169 Milliarden Euro sind bis 2029 für Verkehrsprojekte eingeplant.
Die neue Hängebrücke in Wolgast soll mit 42 Metern die größte ihrer Art in Europa werden. Wer hätte gedacht, dass die Herausforderungen, die mit einem solch ambitionierten Projekt einhergehen, so zahlreich sein können? Aber eines ist sicher: Wenn alles nach Plan läuft, wird die neue Verbindung nach Usedom nicht nur den Verkehr erleichtern, sondern vielleicht auch das gesamte Lebensgefühl in Wolgast und Umgebung auf eine neue Ebene heben.