Heute ist der 28.05.2026 und die Hansestadt Wismar steht vor einer Reihe von bedeutenden Herausforderungen und Chancen. Am 06.05.2026 erhielt die Stadt die Haushaltsgenehmigung für das Jahr 2026/2027 vom Ministerium für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern. Doch die Freude wurde etwas getrübt, denn die Genehmigung kam mit haushaltsrechtlichen Anordnungen aufgrund eines fehlenden Haushaltsausgleichs. Das bedeutet, dass die Stadt in den kommenden Jahren strikter haushalten muss.
Die Verwaltung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern: So wurden haushaltswirtschaftliche Sperren auf laufende Auszahlungen in Höhe von 2 Millionen Euro verhängt und die Besetzung von 9,148 Vollzeitäquivalenten im Stellenplan 2026/27 wird vorerst gesperrt. Zudem sollen Mehreinzahlungen und -erträge haushaltsverbessernd eingesetzt werden. Auch die Kassenkredite, Investitionskredite und Verpflichtungsermächtigungen wurden nicht vollständig genehmigt, was die finanzielle Lage weiter verkompliziert.
Investitionen in die Zukunft
Dennoch gibt es Lichtblicke: Im Rahmen eines Sondervermögens, das im März 2025 beschlossen wurde, sind Investitionen in wichtige Infrastrukturprojekte geplant. Die Schwerpunkte liegen auf öffentlichen allgemeinbildenden Schulen, Verkehrsinfrastruktur, ÖPNV und Energie sowie sonstiger gesellschaftlicher Infrastruktur. Insgesamt erhält Wismar 1.229.992,21 Euro für die Verkehrsinfrastruktur, 1.793.954,25 Euro für gesellschaftliche Infrastruktur und beeindruckende 51.180.540,00 Euro für Schulen – eine Verteilung, die zu 90 % nach der Schülerstatistik 2024/25 erfolgt. Jeder Gemeinde wird zudem ein Sockelbetrag von 50.000 Euro zugebilligt.
Die Stadt hat bereits konkrete Maßnahmen aus dem Sondervermögen in Aussicht gestellt. Dazu gehören der Neubau der Ostsee-Schule mit einer Dreifeldhalle, die Deckschichtsanierung des Nordostzubringers und die Sanierung sowie Erweiterung des Funktionsgebäudes des Kurt-Bürger-Stadions. Auch das Nutzungskonzept für den Bürgerpark soll umgesetzt werden. Diese Projekte könnten der Stadt nicht nur ein neues Gesicht geben, sondern auch die Lebensqualität der Wismarer erheblich steigern.
Internationale Verbindungen
Ein weiterer Punkt auf der Agenda des Bürgermeisters Thomas Beyer ist die internationale Zusammenarbeit. Anfang Mai besuchte er Tschornomorsk in der Ukraine, wo er einen modularen Schutzraum im Wert von 32.000 Euro übergab. Tragischerweise ereignete sich während seines Besuchs ein Luftangriff, der zwei Menschen das Leben kostete und 35 Wohnhäuser sowie Infrastruktur beschädigte. Bürgermeister Vasyl Huliaiev, der sich für ein Jahr zum Militärdienst verpflichtet hat, übergab seine Amtsgeschäfte an Sekretärin Olena Sholar, mit der Wismar nun eng zusammenarbeitet, um Unterstützung zu leisten.
Zusätzlich hat der Seniorenbeirat der Hansestadt Wismar einen Austausch mit seinen schwedischen Kollegen in Kalmar organisiert. Dabei ging es um den demografischen Wandel und nachhaltige Stadtentwicklung. Ein spannendes Thema, das auch Wismar beschäftigt, denn die Stadt wurde kürzlich als „TOP-Ausbildungsbetrieb“ ausgezeichnet – und das bereits zum sechsten Mal in Folge! Insgesamt 59 Ausbildungsunternehmen aus Westmecklenburg durften sich über diese Auszeichnung freuen. Die Ausschreibungen für Ausbildungsplätze im Jahr 2027 sind bereits für die Zeit von Mitte Juni bis Anfang Oktober 2026 geplant.
Die Herausforderungen sind groß, aber Wismar zeigt, dass sie bereit sind, diese mit Kreativität und Entschlossenheit anzugehen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Stadt in den kommenden Jahren entwickeln wird und welche neuen Möglichkeiten sich daraus ergeben.