In einer bemerkenswerten Wendung hat sich die Rettung des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee in eine entscheidende Phase eingeläutet. Der Schlepper „Robin Hood“ hat am Sonntag im Hafen von Wismar angelegt, bereit, den Wal, der seit Wochen vor der Insel Poel umherirrt, zu bergen. Hinter dieser aufregenden Rettungsinitiative stehen Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die sich für das Wohl des Tieres einsetzen.

Der Wal, der in den letzten Wochen mehrere Male strandete, liegt mit Tüchern bedeckt im hüfthohen Wasser. Die Landesumweltminister Till Backhaus hat zwar erklärt, dass keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt wurde, jedoch wird die Aktion geduldet. Währenddessen wird in der Bucht fleißig gearbeitet: Zwei Taucher bereiten Plane und Netz für die Transportkonstruktion vor, während die Besatzung des Schleppers sich auf den Einsatz einstellt.

Vorbereitungen für den Transport

Die Bergung des Wals erfolgt mit einem ausgeklügelten System aus Luftkissen und Schwimmpontons. Kapitän Martin Bocklage wartet gespannt auf den Start des Abtransports, der möglicherweise auch spätabends oder nachts beginnen könnte, um Zeit zu sparen. Diese Entscheidung wurde getroffen, da bürokratische Maßnahmen den ursprünglichen Plan, den Wal am Freitag abzutransportieren, verzögerten.

Der Wal selbst zeigt zurzeit wenig Regung und liegt tiefer im Wasser, was auf gesundheitliche Probleme hinweisen könnte. Fachleute bewerten seinen Zustand als sehr schlecht. Tierärztin Janine Bahr van Gemmert gibt jedoch allen Beteiligten Hoffnung und äußert, dass der Wal eine „reelle Chance“ zum Überleben habe, da er als „munter“ und „aktiv“ beschrieben wird. Eine dicke Schicht Zinksalbe wurde auf seine Haut aufgetragen, um seinen Zustand zu verbessern.

Ein Wal und seine Unterstützer

Schriftsteller Sergio Bambaren hat eine besondere Beziehung zu dem Wal aufgebaut und zeigt sich optimistisch. Walter Gunz, einer der Geldgeber der Rettungsaktion, teilt Bambaren’s positiven Eindruck vom Gesundheitszustand des Tieres. Um das Geschehen medial zu begleiten, werden Pressetermine koordiniert, während das Begleitschiff „Fortuna B“ im Alten Hafen von Wismar auf seinen Einsatz wartet.

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Die DLRG ist ebenfalls vor Ort, um die Sicherheit der Rettungsaktion zu gewährleisten. Rund 20 DLRG-Kräfte sind im Einsatz, um sicherzustellen, dass alles reibungslos verläuft, während der Wal, der seit fast drei Wochen in dieser Bucht verweilt, auf seine Rettung wartet.

Ein langer Weg zur Freiheit

Der Transport des Wals könnte sich über die Ostsee bis zum Skagerrak erstrecken und etwa 100 Stunden in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit muss der Wal ruhig liegen, um die größte Chance auf ein Überleben zu haben. Die Reste eines Fischernetzes, die im Maul des Wals festgestellt wurden, sind teilweise entfernt worden, doch die Sorge um seine Gesundheit bleibt groß. Die Umweltschutzmaßnahmen und die Unterstützung der Privatinitiative zeigen, wie wichtig der Schutz der Meeresbewohner ist.

Der gestrandete Buckelwal hat nicht nur die Herzen der Anwohner erobert, sondern auch das Engagement einer Vielzahl von Menschen mobilisiert, die sich für sein Überleben einsetzen. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, und die Hoffnung auf eine baldige Rettung bleibt bestehen.