Am Sonntagmorgen in Wismar laufen die Vorbereitungen für die Rettungsaktion des Buckelwals weiterhin auf Hochtouren. Seit Tagen sind Helfer bemüht, den Wal aus der Kirchsee in Richtung Nordsee zu bewegen. Doch die Aktion verzögert sich, da der Wal, liebevoll Timmy genannt, aktiver wird und mit Wasserfontänen alle vier Minuten auf sich aufmerksam macht. Walter Gunz, Mitgründer von MediaMarkt und Initiator dieser mutigen Rettungsaktion, zeigt sich optimistisch. Nach weiteren Untersuchungen soll Timmy in die richtige Richtung bewegt werden.
Sergio Bamberen, bekannt als der „Wal-Flüsterer“, hat einen guten Draht zu Timmy und ist Teil des Teams, das sich um die Rettung kümmert. Taucher arbeiten am großen grünen Transportnetz, das bereits am Samstag ausgebreitet wurde. Um den Wal sicher zu transportieren, werden blaue Luftkissen im Netz platziert, die später für den notwendigen Auftrieb sorgen sollen. Das Netz wird unter dem Wal hindurchgezogen und an Pontons befestigt, die im Hafen von Kirchdorf bereitliegen. So soll der Wal sanft in die Freiheit geleitet werden.
Der Zustand von Timmy
Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert hat den Zustand des Wals als „gut“ bezeichnet, obwohl die Umstände herausfordernd sind. Der Untergrund erweist sich als härter als erwartet, was die Arbeiten an der Fahrrinne zusätzlich verzögert. Ein Baggerfahrer hebt weiterhin Schlamm aus, damit das Netz dem Wal präsentiert werden kann. Auf der anderen Seite ist die DLRG mit mehreren Booten im Einsatz, um die Helfer im Wasser abzusichern und die Rettungsaktion zu unterstützen.
Die private Initiative, die den gestrandeten Buckelwal vor Poel retten möchte, plant, ihn mithilfe der Luftkissen sicher in die Nordsee zu bringen. Der Rettungsversuch läuft bereits seit drei Tagen, und die erste Anhebung des Wals könnte noch heute erfolgen. Am Freitag zeigte Timmy phasenweise Aktivität und wälzte sich umher, was Hoffnung auf eine erfolgreiche Rettung weckt. Eine Pumpe wurde in die Nähe des Wals gebracht, um die Umgebung freizuspülen und die Sicht zu verbessern. Dennoch müssen viele Schritte genau genehmigt werden, was den Prozess verlangsamt.
Die Herausforderungen der Rettung
Umweltminister Till Backhaus hat betont, dass Änderungen schnell geprüft werden, um die Rettung nicht unnötig hinauszuzögern. Allerdings äußert Biologe Fabian Ritter geringe Hoffnung auf eine erfolgreiche Rettung und betont, dass der Wal möglicherweise in Ruhe sterben sollte, um ihm weiteres Leid zu ersparen. Greenpeace warnt vor den geringen Überlebenschancen für Timmy, da er durch Stress und körperliche Schäden gefährdet ist. Experten raten dazu, die Belastungen für das Tier so gering wie möglich zu halten.
Die Kosten für den Rettungsversuch sind bislang unklar, Walter Gunz schätzt jedoch, dass es sich nicht um „hundert Millionen“ handeln wird. Angesichts der Komplexität der Situation wird zudem kritisiert, dass bedeutende Organisationen wie das Deutsche Meeresmuseum und Sea Shepherd nicht in die Rettungsaktion eingebunden sind. Diese haben Expertise gefordert, die in der aktuellen Situation offenbar fehlt. Ein Gutachten empfiehlt, den Wal in Ruhe sterben zu lassen, um sein Leiden zu vermeiden.
In den letzten Wochen wurden immer wieder Berichte über die Strandungen und Bewegungen des Wals veröffentlicht. Timmy wurde erstmals am 3. März im Hafen von Wismar gesichtet und hat seitdem viele Herausforderungen durchlebt. Backhaus plant eine länderübergreifende Zusammenarbeit, um zukünftig besser auf Wal-Strandungen vorbereitet zu sein. Die Rettungsaktion bleibt spannend und alle Beteiligten hoffen auf einen positiven Ausgang für den gestrandeten Buckelwal.