Heute ist der 2.06.2026, und die Wismarer Hafenlandschaft präsentiert sich momentan in einem etwas anderen Licht. Die Westseite des Wismarer Westhafens ist bereits für den Verkehr gesperrt, und jetzt hat auch die Ostseite des Hafenbeckens ihre Durchfahrtserlaubnis verloren. Was ist da los? Ganz einfach: Die Schiffsbohrmuschel hat sich bemerkbar gemacht und sorgt für reichlich Aufregung in der Stadt.
Um die Schäden, die die Schiffsbohrmuschel an den Holzpfählen unter der Pflasterung verursacht hat, zu begrenzen, wurden 80 Pfosten über etwa 100 Meter entlang der Kaikante aufgestellt. Das bedeutet, dass Autos hier vorerst nicht mehr durchfahren dürfen. Keine Sorge – die Stadt Wismar, die im Landkreis Nordwestmecklenburg liegt, hat versichert, dass keine Parkplätze wegfallen werden. Ein kleiner Trost, könnte man sagen, aber die Sicherheit der Kaianlage hat hier oberste Priorität.
Sanierungspläne und Kosten
Die Untersuchung hat ergeben, dass die Kaianlage das Gewicht von Fahrzeugen nicht mehr tragen kann. Und das ist nicht das erste Mal, dass die Schiffsbohrmuschel für Probleme sorgt. Bereits an mehreren Stellen im Wismarer Hafenbecken hat sie Schäden verursacht. Die letzte große Sanierung des Brunkowkais im Überseehafen-Becken hat im Übrigen stolze 8,5 Millionen Euro gekostet. Für den Ostkai wird mit Sanierungskosten von etwa 6,4 Millionen Euro gerechnet. Man fragt sich, wo das Geld für diese umfangreichen Arbeiten herkommen soll, denn die Förderung für die Sanierung ist in diesem Jahr nicht mehr möglich. Die Sanierungsarbeiten am Ostkai sollen voraussichtlich 2028 beginnen, und bis dahin bleibt die Absperrung bestehen. Ein Geduldsspiel, sozusagen.
Auf der Insel Poel sieht es ebenfalls nicht rosig aus: Hier haben Pilze die Stege zersetzt. Die Kosten dafür werden von der Gemeinde getragen. Ein weiterer Beweis dafür, wie Natur und menschliche Infrastruktur manchmal in einem ständigen Wettlauf stehen.
Hochwasserschutz für den historischen Hafen
Doch nicht nur die Schiffsbohrmuschel sorgt für Aufregung. Der UNESCO-Sachverständigenbeirat hat auch die Notwendigkeit einer Hochwasserschutzanlage im historischen „Alten Hafen“ befürwortet. Die Kombination aus Naturgewalten und menschlicher Einwirkung macht deutlich, wie wichtig es ist, unsere Küstengebiete zu schützen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Pläne für den Hochwasserschutz entwickeln und ob sie rechtzeitig umgesetzt werden können.
In der Zwischenzeit bleibt der Wismarer Hafen ein Ort voller Herausforderungen. Die ständige Auseinandersetzung mit der Natur, die notwendigen Sanierungsarbeiten und die Frage der Finanzierung bringen nicht nur die Verantwortlichen ins Schwitzen. Auch die Anwohner und Geschäftsinhaber fragen sich, wie sich die Lage weiterentwickeln wird. Eines steht fest: Wismar bleibt in Bewegung.