Heute ist der 22.04.2026 und die Hansestadt Wismar erlebt einen Wandel, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Uwe Oertel, der Polizeiinspektionsleiter, der über mehr als sechs Jahre hinweg die Sicherheitsarbeit in Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg prägte, geht in den Ruhestand. Sein Abschied markiert das Ende einer Ära, die von Bürgernähe, Vertrauen und einem neuen Verständnis der Polizeiarbeit geprägt war.

Oertel, der ab August 2020 als Chef der Polizeiinspektion Wismar fungierte, setzte sich stets für ein enges Verhältnis zwischen der Polizei und der Bevölkerung ein. Unter seiner Führung wurden wichtige Präventionsprojekte wie „Sichere Orte“ ins Leben gerufen, die den Bürgerinnen und Bürgern in Notsituationen schnelle Hilfe bieten. Diese Initiative, die 2025 ins Leben gerufen wurde, wurde gemeinsam von der Polizeiinspektion Wismar und dem Büro für Chancengleichheit der Stadtverwaltung initiiert. Die „Sicheren Orte“ sind Anlaufstellen, die Menschen in Krisensituationen, sei es bei Bedrohungen oder gesundheitlichen Beschwerden, Unterstützung bieten.

Ein Gesicht der Sicherheit

Uwe Oertel war für viele das Gesicht der Polizei in der Region. Er verstand es, Polizeiarbeit nah am Menschen zu gestalten und kommunizierte offen über Kriminalitätsentwicklungen. In Interviews betonte er immer wieder die Wichtigkeit von Vertrauen und Präsenz – Eigenschaften, die er in seinen Gesprächen mit den Bürgern sowie in seiner regelmäßigen Medienpräsenz unter Beweis stellte. Dabei legte er großen Wert auf Transparenz und verständliche Erklärungen zu polizeilichen Maßnahmen.

Sein Engagement ging über die Dienstzeit hinaus. So war Oertel auch als 1. Vorsitzender des Mecklenburger Uhrenclubs e.V. aktiv, wo er die Pflege und Bewahrung historischer Uhrmacherkunst förderte. Sein Ruhestand hinterlässt nicht nur in der Polizeiinspektion Wismar, sondern auch in der gesamten Stadtgesellschaft Spuren, die nicht so schnell verblassen werden.

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Die „Sicheren Orte“ sind nicht nur ein Produkt von Oertels Vision, sondern auch ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Wismar. Mit insgesamt 21 „Sicheren Orten“ in der Innenstadt, unter anderem im Rathaus, Stadtgeschichtlichen Museum SCHABBELL und der Stadtbibliothek, bieten diese Einrichtungen niedrigschwellige Hilfe an. Aufkleber an Türen und Fenstern kennzeichnen diese Orte und zeigen eine rote Hand, die ein blaues Haus hält – ein einladendes Symbol für alle, die Hilfe benötigen.

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Die Mitarbeiter der beteiligten Einrichtungen sind bestens vorbereitet und verfügen über Listen mit Handlungsempfehlungen für Notfälle. Bürgermeister Thomas Beyer hebt die Bedeutung dieser Initiative hervor und betont, dass es darum geht, die Stadtgemeinschaft zu stärken und Menschen in Krisensituationen zur Seite zu stehen.

Die Zukunft der Polizeiarbeit

Oertels Nachfolge tritt in eine Zeit ein, in der bürgernahe Polizeiarbeit mehr denn je gefragt ist. Die Philosophie des Community Policing, die darauf abzielt, die Kluft zwischen Polizei und Bevölkerung zu überbrücken, gewinnt an Bedeutung. Diese neue Herangehensweise fördert proaktives Engagement und Partnerschaften innerhalb der Gemeinschaft. Sie ermutigt die Menschen, Probleme zu melden und aktiv an der Sicherheitsgestaltung ihrer Stadt mitzuwirken.

Mit einem Fokus auf das Verständnis der Ursachen von Kriminalität, wie etwa unzureichende Freizeitangebote oder schlechte Beleuchtung, wird die Polizei in Wismar auch in Zukunft bestrebt sein, als vertrauenswürdiger Partner in der Stadt wahrgenommen zu werden. Der Rückblick auf Uwe Oertels Wirken zeigt, wie wichtig bürgernahe Polizeiarbeit für ein sicheres und lebenswertes Wismar ist. Sein Erbe wird die Stadt und ihre Bewohner weiterhin prägen.