Heute ist der 11. Mai 2026 und ich sitze hier in Waren (Müritz), während ich über einen tragischen Vorfall nachdenke, der sich gestern Abend in Pasewalk ereignet hat. Es war gegen 18:30 Uhr, als ein schwerer Unfall die Torgelower Straße zum Schauplatz eines Zusammenstoßes zwischen einem PKW und einem Motorrad machte. Der Fahrer des Motorrads, ein 49-jähriger Deutscher, fuhr auf seiner KTM, als die 78-jährige PKW-Fahrerin, die in einem Peugeot unterwegs war, nach links abbog und ihn übersah.
Die Nerven lagen blank. Ein Notruf an die Rettungsleitstelle setzte eine ganze Reihe von Einsatzkräften in Bewegung. Die Feuerwehr Pasewalk war schnell vor Ort, unterstützt von einem Rettungswagen und einer Polizeistreife. Der Motorradfahrer wurde vor Ort medizinisch versorgt und anschließend ins Asklepios Klinikum Pasewalk gebracht. Sein Zustand ist ernst, die Verletzungen schwer. Das Motorrad und der PKW waren nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit – eine traurige Bilanz für beide Fahrzeugführer.
Eine besorgniserregende Verkehrssituation
Der geschätzte Sachschaden von rund 12.000 Euro ist allerdings nur ein kleiner Teil des Problems. Die Verkehrsunfallbilanz für 2024, die von Innenminister Christian Pegel vorgestellt wurde, zeigt, dass die Zahl der Verkehrsunfälle in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt bei 55.106 liegt – ein Rückgang um 1,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden bleibt nahezu konstant bei 4.895 Fällen. Das ist schon alarmierend, wenn man bedenkt, dass 93 Menschen im Jahr 2024 ihr Leben im Straßenverkehr verloren haben – der höchste Stand seit 2015!
Besonders auffällig ist der Anstieg bei den getöteten Radfahrern, die auf 14 Personen gestiegen sind, darunter fünf Pedelec-Fahrer. Das gibt zu denken, vor allem wenn man bedenkt, dass ein Drittel der Verkehrstoten über 65 Jahre alt war. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit von Präventionsprogrammen und einer intensiven Verkehrssicherheitsarbeit. Minister Pegel betont, dass das Ziel die Reduzierung des Unfallgeschehens ist – und das ist mehr als nötig.
Vorfahrtsmissachtung und andere Ursachen
Der aktuelle Unfall in Pasewalk passt in ein besorgniserregendes Muster. Vorfahrtsmissachtung ist laut Statistik die häufigste Unfallursache und hat um 7 % zugenommen. Unfälle mit motorisierten Zweirädern sind um 16,7 % gestiegen – eine Entwicklung, die beim Motorradfahrer von Pasewalk ein schmerzliches Echo findet. Es ist einfach erschreckend, wie oft solche Vorfälle passieren und welche gravierenden Folgen sie haben können.
Es bleibt zu hoffen, dass solche Tragödien wie die in Pasewalk nicht zur Normalität werden. Die Einsatzkräfte, die 14 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sowie Rettungsdienst und Polizei, haben ihr Bestes gegeben, um in dieser schwierigen Situation zu helfen. Doch die Frage, die bleibt, ist: Wie viele weitere solcher Unfälle müssen geschehen, bevor wir endlich einen echten Wandel in der Verkehrssicherheit erleben? Ein Wandel, der nicht nur Zahlen auf einem Bericht, sondern echte Leben schützt.