In Waren am Müritz stehen die Zeichen auf Arbeitskampf. Die Gewerkschaft ver.di hat nicht-ärztliche Beschäftigte des Mediclin Müritz-Klinikums zu einem Warnstreik aufgerufen. Der Streik findet am Dienstag, dem 28. April, statt. Während der gesamten Schicht von der Früh- bis zur Spätschicht werden die Mitarbeiter in den Standorten des Müritz-Klinikums aktiv werden, einschließlich der Tageskliniken und der Psychiatrie in Röbel und Neubrandenburg.
Der Grund für diesen massiven Schritt sind die ergebnislosen Tarifverhandlungen der letzten vier Monate. Trotz dreier Sondierungsrunden hat die Geschäftsführung keine Zugeständnisse gemacht, was den Unmut bei den nicht-ärztlichen Beschäftigten schürt. Gewerkschaftssekretär Friedrich Gottschewski spricht von einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ im Klinikum, wo die Löhne des nicht-ärztlichen Personals hinter den vergleichbaren Tariferhöhungen zurückbleiben und dies zu einem spürbaren Reallohnverlust führt.
Forderungen nach fairen Arbeitsbedingungen
Die Situation ist nicht neu: Seit der Privatisierung des ehemaligen Kreiskrankenhauses im Jahr 2002 gibt es für die nicht-ärztliche Belegschaft keinen Tarifvertrag mehr. Während das ärztliche Personal ab Juli 2025 unter einen konzernweiten Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund fällt, bleibt der Großteil der Angestellten ohne entsprechende Regelungen. Ver.di kritisiert zudem, dass branchenübliche Zusatzurlaube und Zulagen für Schichtarbeitende am Müritz-Klinikum fehlen.
Die Mitarbeiter haben bereits „aktive Mittagspausen“ durchgeführt, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Trotz steigender Lebenshaltungskosten und Preissteigerungen zeigt sich die Geschäftsführung unkooperativ. Die Beschäftigten sind bereit, ihre Stimme zu erheben und sich auf Arbeitskämpfe vorzubereiten, falls keine Tarifverhandlungen stattfinden.
Ein Blick auf die Situation im Gesundheitswesen
Die Problematik ist nicht isoliert. Im gesamten Gesundheitswesen, wie beispielsweise bei Vivantes, dem größten kommunalen Gesundheitskonzern in Deutschland, stehen die Beschäftigten vor ähnlichen Herausforderungen. Hier droht ein unbefristeter Streik, da die Arbeitsbedingungen und das Defizit des Unternehmens die Mitarbeitenden unter Druck setzen. Ver.di fordert auch hier eine Rückführung der ausgelagerten Beschäftigten, um sie unter den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVÖD) zu bringen, was eine Verbesserung der Löhne und Altersvorsorge zur Folge hätte.
Die Berliner Krankenhausgesellschaft warnt zudem vor chronischen finanziellen Problemen, die durch unzureichende Behandlungspauschalen und Investitionsmittel verursacht werden. Diese Situation macht deutlich, dass gute Arbeitsbedingungen und höhere Löhne entscheidend sind, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und den Notstand in den Kliniken zu bekämpfen.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein für die Zukunft der nicht-ärztlichen Beschäftigten am Müritz-Klinikum. Ob es zu einer Einigung kommt, bleibt abzuwarten. Eines ist klar: Die Stimmen der Mitarbeiter werden gehört und ihre Forderungen nach einem fairen Tarifvertrag sind dringlicher denn je.