In der idyllischen Kirchsee-Bucht vor der Insel Poel brodelt es gewaltig. Der dort gestrandete Buckelwal sorgt nicht nur für Aufregung im Wasser, sondern auch an Land. Die US-Tierärztin Jenna Wallace und die Pressesprecherin der Rettungsinitiative, Christiane Freifrau von Gregory, haben schwere Vorwürfe gegen das Rettungsteam erhoben. Ein interner Konflikt hat zur Abreise beider Damen geführt, während der Wal, der sich in einem kritischen, aber vitalen Zustand befindet, immer noch auf die Hilfe der Retter angewiesen ist.
Wallace hat in einem NDR-Interview die Leitung des Rettungseinsatzes heftig kritisiert und Sergio Bambarén sowie Influencer Danny Hilse beschuldigt, die Rettungsaktion zu gefährden. Besonders bedenklich ist ihr Vorwurf, dass Bambarén den Booten im entscheidenden Moment befohlen hat, zu warten, wodurch die Freiheit des Wals in Gefahr geriet. Hilse hingegen wird vorgeworfen, sich mehr um seine Selbstinszenierung als um die Rettung des Wals gekümmert zu haben, was dazu führte, dass das Tier ins flache Wasser gelenkt wurde.
Ein Rückblick auf die Rettungsaktion
Der Buckelwal liegt nun seit dem 21. April in der Untiefe der Bucht und hat sich am Montag nur kurz bewegt, bevor er erneut in der Nähe der Fahrrinne feststeckte. Trotz des steigenden Wasserstands, der eine kurzfristige Bewegung des Wals begünstigte, ist die Situation nach wie vor angespannt. Wallace, die als einzige Teilnehmerin mit Erfahrung im Umgang mit Großwalen galt, hat die Initiative verlassen und fordert nun den Ausschluss von Bambarén und Hilse. Ihre Abreise begründet sie mit der Sorge um ihre berufliche Verantwortung und mögliche strafrechtliche Konsequenzen.
Die Rettungsinitiative hat sich jedoch nicht entmutigen lassen. Am Dienstag setzten die Retter ihre Aktivitäten fort und arbeiteten im Wasser, um den Wal freizuspülen und zu schützen. Dabei kam auch eine schwimmende Arbeitsplattform zum Einsatz, die dazu dienen sollte, Wasser und Schlick herauszuspülen. Die tierärztliche Betreuung bleibt eine Herausforderung, da eine andere Tierärztin aufgrund eines medizinischen Notfalls ins Krankenhaus eingeliefert wurde und nicht die nötige Erfahrung mit Großwalen hat.
Die Bedenken der Verantwortlichen
Umweltminister Till Backhaus hat seine Besorgnis über den personellen Rückgang im Team geäußert und die Auswirkungen auf die Rettungsaktion hervorgehoben. Er informierte, dass der Wal mit 2,5 kg Makrelen gefüttert wird, um ihn zu animieren, und dass ein neues Konzept für die Rettungsaktion geprüft wird. Gleichzeitig weist das Umweltministerium jede Verantwortung für Misserfolge zurück und stellt klar, dass der Ansatz der Initiative im Widerspruch zu einem Gutachten steht, das den Wal als krank und schwach beschreibt.
In der Zwischenzeit ist die private Initiative zur Rettung des Wals weiterhin aktiv, obwohl die Abreise von Jenna Wallace zur Kenntnis genommen wurde. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Wal, der bereits mehrfach in flaches Wasser geraten ist, endgültig befreien kann. Eine Drohne wird zur Überwachung des Wals eingesetzt, während Tücher und Stangen bereitgestellt werden, um ihn zu unterstützen und vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen.
Die Situation bleibt angespannt, doch die Hoffnung auf eine Rettung des majestätischen Tieres lebt weiter – trotz aller Unterschiede und Herausforderungen innerhalb des Rettungsteams.