In Stralsund, wo die frische Brise von der Ostsee die Luft durchzieht, hat der Zoll kürzlich eine große Aktion gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung gestartet. Es ist nicht nur ein Thema für die großen Städte, sondern auch hier im Nordosten sind die Auswirkungen spürbar. Bei dieser bundesweiten Kontrolle wurden 243 Mitarbeiter von Kurier-, Express- und Paketdiensten in Mecklenburg-Vorpommern unter die Lupe genommen. 96 Zollbeamte waren im Einsatz – das ist schon eine ordentliche Truppe, die da auf den Beinen war.

Was dabei zutage trat, war alles andere als erfreulich. Insgesamt wurden 147 Verdachtsfälle entdeckt, die eine tiefere Untersuchung nach sich ziehen. Besonders alarmierend: 47 Fälle von mutmaßlichen Verstößen gegen den Mindestlohn. Das bedeutet, dass Arbeitgeber offenbar oft die Arbeitszeiten nicht vollständig vergüten oder sogar Überstunden ignorieren. Das Beladen der Fahrzeuge und die Fahrten zwischen den Paketzentren und dem ersten Zustellort – alles wird scheinbar nicht berücksichtigt. Und das ist nicht alles! Es gibt auch 31 Verdachtsfälle auf die Vorenthaltung von Sozialbeiträgen und 13 mögliche Verstöße gegen Vorschriften zur Beschäftigung von Ausländern. Hier wird deutlich, dass es in der Branche nicht immer mit rechten Dingen zugeht.

Detailreiche Kontrollen und ihre Folgen

Wie es aussieht, sind Subunternehmen ein weiteres großes Thema. Die Kontrollen zeigen, dass einige dieser Firmen anscheinend Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten oder gar Steuern hinterziehen. Da fragt man sich natürlich, wie viele andere in der Branche ebenfalls in diese Machenschaften verwickelt sind. Und der Zoll hat noch nicht genug – es sind weitere Prüfungen geplant, um die erhobenen Daten mit Lohn- und Geschäftsunterlagen der Unternehmen abzugleichen. Das heißt, dass die Unternehmen sich warm anziehen sollten, denn die Deutschen Rentenversicherung und andere Behörden werden ebenfalls in die Prüfungen einbezogen.

Doch der Zoll hört hier nicht auf. Mit dem neuen Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung, das am 13. November 2025 beschlossen wurde, wird die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) gestärkt. Dabei handelt es sich um eine Spezialeinheit des Zolls, die nicht nur Mindestlöhne, sondern auch die Sozialversicherungsbeiträge und ordnungsgemäße Beschäftigungsverhältnisse kontrolliert. Dieses Gesetz wird die FKS organisatorisch, personell und technisch aufrüsten und die Arbeitsweise digitalisieren. Das klingt nach einem großen Schritt in die richtige Richtung!

Ein Blick in die Zukunft

Ab 2026 wird die FKS eine neue Zentralstelle mit einem systematischen Risikomanagement einrichten. Daten aus der Finanzverwaltung, Sozialversicherung und anderen Behörden werden zusammengeführt und automatisiert ausgewertet. Branchen, die traditionell im Fokus stehen – wie das Baugewerbe, die Gastronomie und die Logistik – bleiben weiterhin unter Beobachtung. Interessant wird es auch für Friseur- und Kosmetiksalons, die neu in den Katalog der Risikobranchen aufgenommen werden. Wer hätte gedacht, dass es auch hier zu verstärkten Kontrollen kommt?

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Die Arbeitgeber müssen sich darauf einstellen, dass sie den Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses bald bereits am ersten Arbeitstag bei der Deutschen Rentenversicherung melden müssen. Die FKS erhält erweiterte Befugnisse, um in Unterlagen und Daten Einsicht zu nehmen und sogar Zugang zu Geschäftsräumen und IT-Systemen zu erhalten. Das bedeutet, dass Unternehmen ihre prüfungsrelevanten Unterlagen strukturiert und in auswertbarer Form bereitstellen müssen. Man könnte sagen, da wird kein Stein auf dem anderen bleiben.

Was können wir also aus all dem schließen? Die Zeiten, in denen man einfach mal ein Auge zudrücken konnte, scheinen vorbei zu sein. Die Notwendigkeit einer ordnungsgemäßen Arbeitszeiterfassung wird immer deutlicher. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das alles in der Region entwickeln wird. Eins steht fest: Es wird sich einiges tun, und das nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Beschäftigten selbst. Denn letztendlich geht es um faire Arbeitsbedingungen für alle.