Revo Hospitality Group am Abgrund: Ein Wettlauf gegen die Zeit und die Zukunft der Hotels
Heute am 9. Juni 2026 erreicht uns die Nachricht, dass die Revo Hospitality Group, einst stolzer Betreiber von 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern, in eine tiefe Krise geraten ist. Die Insolvenz in Eigenverwaltung wurde für etwa 140 ihrer Gesellschaften beim Amtsgericht Charlottenburg eingereicht. Das Unternehmen, das bekannt dafür war, sowohl unter eigenen Marken als auch als Franchisenehmer zu agieren, hat sich offensichtlich über seine Grenzen hinaus expandiert.
450 Stellen in der Unternehmenszentrale in Berlin werden gestrichen, während die meisten der 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels erhalten bleiben sollen. Ein kleiner Lichtblick inmitten dieser düsteren Nachrichten. Die betroffenen Hotels, darunter 125 in Deutschland und Österreich, sollen jedoch weitergeführt werden. Ein kluger Schachzug, wenn man bedenkt, dass die Übernachtungszahlen und Umsätze nicht wie erhofft zustande kamen.
Der Ausverkauf der Hotels
Am 9. Juni 2026 wurde der Verkauf von rund 120 Hotels an fünf internationale Hotelgruppen und Investoren angekündigt. Bereits 45 Hotels haben neue Besitzer gefunden, während für zehn weitere nach Lösungen gesucht wird. Bekannte Namen wie Motel One, Proark und Dormero haben bereits zugeschlagen, und auch zwei Hotels in der Schweiz haben ihren neuen Platz bei Wyndham gefunden. Das Interesse an den verbleibenden Hotels ist riesig, mehr als hundert Interessenten stehen bereit – da kann man nur spekulieren, wer als Nächstes zuschlagen wird!
Die Ursachen für die Insolvenz sind vielfältig. Ein rasant gewachsenes Geschäftsmodell, gepaart mit steigenden Kosten, hat die Revo Hospitality Group in die Bredouille gebracht. Trotz eines Umsatzes von rund 1,3 Milliarden Euro wurde seit 2014 kein Gewinn erwirtschaftet, und die Schulden belaufen sich auf 19,9 Millionen Euro. Ein echtes Dilemma für die Verantwortlichen, die sich nun in einem nervenaufreibenden Restrukturierungsprozess befinden.
Die Rolle der Investoren und die Zukunft
Die neuen Geschäftsführer sind nun auf der Jagd nach internationalen Investoren, während Rechtsanwalt Gordon Geiser, der die Geschäftsführung übernommen hat, optimistisch in die Zukunft blickt. Er sieht gute Chancen für eine zügige Sanierung und langfristige Fortführung der betroffenen Gesellschaften. Interessant, wie das Unternehmen in der Vergangenheit, etwa im Februar 2022, 60 Hotels der H-Gruppe übernahm – eine Akquisition, die sich nun als teurer Fehler erweisen könnte.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Ein gewisser Druck lastet auf den Schultern der Verantwortlichen, denn sie müssen nicht nur die aktuellen Probleme bewältigen, sondern auch das Vertrauen der Gäste zurückgewinnen. Der Hotelmarkt ist ein hart umkämpftes Terrain, und die Revo Hospitality Group steht nun vor der Herausforderung, ihre Stellung zu behaupten und gleichzeitig den Mitarbeitern Sicherheit zu bieten.
Die Branche hat in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass sie aus Krisen gestärkt hervorgehen kann. So gelang der Lindner Hotels AG etwa eine Insolvenz in Eigenverwaltung, ohne dass ein Hotel geschlossen werden musste. Vielleicht wird dies auch für die Revo Hospitality Group ein Lichtblick in dieser ungewissen Zeit sein.
