Heute ist der 3. Juni 2026, und in der Welt der Hotellerie herrscht ein regelrechter Sturm. Die Revo Hospitality Group, einst stolzer Betreiber von 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Ein Schritt, der viele Menschen betrifft, insbesondere die 450 Mitarbeiter in der Berliner Unternehmenszentrale, die ihre Stellen verlieren werden. Obwohl die meisten der 5450 Arbeitsplätze in den Hotels erhalten bleiben sollen, wirft diese Entwicklung Fragen auf – nicht nur über die Zukunft der Hotels, sondern auch über die der Menschen, die dort arbeiten.
Es ist ein trauriges Bild, das sich hier abzeichnet. Die Revo Hospitality Group hatte in den letzten Jahren eine rasante Expansion durchlebt, die Zahl der Hotels stieg von 51 im Jahr 2020 auf beeindruckende 250 im Jahr 2026. Doch mit dieser schnellen Ausbreitung kamen auch die Probleme. Die Ursachen für die Insolvenz sind vielfältig: steigende Kosten und ein Geschäftsmodell, das nicht mehr tragfähig schien. Trotz eines Umsatzes von etwa 1,3 Milliarden Euro seit 2014 hatte das Unternehmen keine Gewinne erwirtschaftet und war schließlich mit 19,9 Millionen Euro überschuldet.
Der Ausverkauf der Hotels
Am 3. Juni wurde bekannt gegeben, dass etwa 120 Hotels an fünf internationale Hotelgruppen und Investoren verkauft werden. Zu den bestätigten Käufern gehören unter anderem Motel One und Dormero, während zwei Schweizer Hotels an Wyndham verkauft wurden. Die genauen Käufer und Kaufpreise sind zwar noch unter Verschluss, doch es gab über 100 Interessenten und rund 20 konkrete Angebote. Das lässt hoffen – für die Hotels und die Menschen, die dort arbeiten. Die meisten der 125 betroffenen Hotels in Deutschland und Österreich sollen weitergeführt werden, was ein Lichtblick in dieser schwierigen Situation ist.
Besonders interessant ist, dass einige Hotels in der Schweiz, Italien und Frankreich nicht vom Insolvenzverfahren betroffen sind. Hier laufen Übernahmegespräche, die vielleicht bald zu positiven Nachrichten führen könnten. Der Rechtsanwalt Gordon Geiser hat die Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften während dieser Sanierung übernommen – eine Herausforderung, die viel Fingerspitzengefühl erfordert.
Die Zukunft der Revo Hospitality Group
Die aktuellen Geschäftsführer sind auf der Suche nach internationalen Investoren. Ein erfolgreicher Weg, der zeigen könnte, dass es auch in der Hotellerie Wege gibt, aus der Krise zu kommen, ohne die Türen für immer zu schließen. Ein Beispiel dafür ist die Lindner Hotels AG, der es im vergangenen Jahr gelungen ist, die Insolvenz in Eigenverwaltung erfolgreich zu meistern, ohne ein einziges Hotel schließen zu müssen. Vielleicht gibt es also Hoffnung für die Revo Hospitality Group, die unter Marken wie Accor, Hilton, Wyndham und Marriott sowie eigenen Namen wie Vagabond und Hyperion operiert.
Die Geschehnisse rund um die Revo Hospitality Group werfen nicht nur Licht auf die Herausforderungen in der Hotellerie, sondern auch auf die menschlichen Schicksale, die hinter diesen Zahlen stehen. Die Mitarbeiter blicken in eine ungewisse Zukunft, während die Branche sich neu formiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Revo Hospitality Group aus dieser Krise gestärkt hervorgehen kann. Ein spannendes, aber auch beängstigendes Kapitel in der Geschichte der Hotellerie, das viele von uns direkt oder indirekt betrifft.